Wasserfasten

Wasserfasten - gesund oder gefährlich?

Das Wasserfasten ist neben dem Trockenfasten die radikalste und doch gleichzeitig einfachste Form des Fastens. Hierbei führst Du Deinem Körper ausschließlich stilles Wasser zu. Dies hört sich zunächst alles sehr einfach an, dabei solltest Du jedoch die Vor- und  Nachbereitung nicht vernachlässigen. Denn nur dann ist sichergestellt, dass Du das Wasserfasten richtig durchführst.

  Ebenfalls informieren wir Dich darüber, für welche Personengruppen das Wasserfasten nicht geeignet ist.

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Die Vorbereitung auf das Wasserfasten

Eine Fastenkur bedarf immer einer gewissen Vorbereitung. So solltest Du bereits drei Tage vor Beginn der eigentlichen Fastenzeit, Deinen Körper darauf vorbereiten weniger Nahrung aufzunehmen. In diesen drei Tagen ist es von Vorteil, dass Du die Menge der Nahrung  stetig reduzierst. Dabei solltest Du nur Lebensmittel aufnehmen, die leicht verdaulich sind, dazu gehören vor allem Obst und Gemüse, dass nicht bläht. 

Ideal ist es, wenn Du am Tag vor dem Start des Wasserfastens noch eine Darmreinigung durchführst. Dies kann mit einem hohen Einlauf durchgeführt werden oder alternativ mit Glaubersalz. Diese Darmreinigung sorgt dafür, dass Dein Verdauungstrakt von jedem unnötigen Ballast befreit wird. Eine Gefahr, die ohne Darmreinigung eintreten kann, ist eine leichte Vergiftung durch den Darminhalt.

Der Grund hierfür ist, dass in einer Fastenphase Dein Körper versucht Nährstoffe aus dem noch vorhandenen Darminhalt herauszuziehen. Dafür werden auch alte Ablagerungen im Darm genutzt, die viele Schadstoffe enthalten. Dies ist im Normalfall nicht gefährlich, jedoch beeinträchtigt es den Erfolg Deiner Fastenkur. Immer wieder berichten auch Leute darüber, dass sie sich ohne Darmreinigung häufiger unwohl gefühlt haben während der Kur, als mit einer Darmreinigung.

Wie lange nur mit Wasser fasten?

Solltest Du das erste Mal Wasserfasten, dann empfehlen wir Dir maximal 2-3 Tage Deine Fastenkur ausschließlich mit Wasser durchzuführen. Solltest Du Dich auch noch am dritten Tage gut und fit fühlen, dann kannst Du diesen Zeitrahmen auch auf fünf Tage ausweiten. Länger jedoch auf gar keinen Fall. Beachte auch, dass Du am Tag mindestens 3 l Wasser aufnimmst.

Dieses Wasser sollte still sein, also kein Mineralwasser mit Kohlensäure. Du kannst einfach Leitungswasser dafür nutzen, denn auch dieses enthält alle wichtigen Mineralstoffe, die Dein Körper in dieser Zeit braucht. Sollte der Fall eintreten , dass Du das Leitungswasser nicht mehr sehen und schmecken kannst, dann spricht auch nichts dagegen einen ungesüßten Kräutertee zu trinken.

Nebenwirkungen vermeiden beim Wasserfasten

Gerade zu Beginn Deiner Wasserfasten Zeit ist es möglich, dass Nebenwirkungen auftreten. Dazu gehören vor allem:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Kreislaufprobleme
  • Müdigkeit
  • Schweißausbrüche
  • Übelkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Mundgeruch

Das Wasserfasten ist für Deinen Körper anstrengend, deshalb solltest Du ihn nicht zu sehr belasten. Dies bedeutet, verzichte in dieser Zeit auf Ausdauersportarten und belaste Deinen Körper nicht zu sehr. Wir empfehlen Dir viel Zeit an der frischen Luft zu verbringen, am besten durch Spaziergänge, sodass Dein Körper eine gewisse Belastung und Dein Geist ein wenig Ablenkung hat. 

Ebenfalls solltest Du Stress vermeiden und die Zeit des Fastens idealerweise in eine arbeitsfreie Zeit legen. So kannst Du Dich ganz auf die Dinge konzentrieren, die Dich in dieser Zeit beschäftigen. Solltest Du Ablenkung benötigen, dann ließ das Buch, das D u schon so lange vorhattest zu lesen. Vielleicht schreibst Du auch Deine Gedanken nieder und bekommst so eine neue Sicht auf die Dinge.

Wichtig beim Wasserfasten ist es auch, dass Du viel schläfst. In diesen Schlafphasen kann Dein Körper sich prima erholen und die Zeit der Ruhe nutzen, um die Zellregeneration (Autophagie) optimal durchzuführen. Sollten die oben aufgeführten Symptome sehr stark und anhaltend sein, solltest Du einen Arzt aufsuchen, oder das Fasten abbrechen. 

Nachdem Deine Fastenzeit beendet ist, solltest Du das sogenannte „Fastenbrechen“ starten. Dies bedeutet, wie zu Beginn Deiner Fastenzeit drei Tage lang sich wieder langsam an das Essen zu gewöhnen. Auch hier solltest Du mit leichtverdaulichen Speisen beginnen. Ein klassischer Start für das Fastenbrechen ist der Verzehr eines Apfels in sehr kleinen Bissen. 

Bei diesen Fällen Finger weg

Das Wasserfasten ist nicht für jeden geeignet, denn es ist eine extreme Methode, um den Körper zu entgiften. Deshalb sollten folgende Personengruppen auf das Wasserfasten verzichten:

  • Menschen mit Untergewicht oder sehr hohem Übergewicht
  • Wenn Du unter einer Essstörung leidest
  • Wenn Du schwanger bist oder Dein Kind stillst
  • Solltest Du noch nicht erwachsen sein
  • Wenn Du eine Erkrankung an der Schilddrüse, den Nieren oder der Leber hast
  • Wenn Du Medikamente einnimmst, solltest Du mit Deinem Arzt sprechen

Es gibt auch Stimmen, die das Wasserfasten sehr kritisch sehen. Vor allem weisen diese Personen darauf hin, dass ein Nährstoffmangel auftreten kann. Diesem Hinweis möchten wir auch nicht widersprechen. Denn auch wir glauben, dass ein Wasserfasten, das länger als 5-7 Tage dauert, eventuell einen negativen Effekt für Deinen Körper hat.

Solltest Du Dir unsicher sein, ob Wasserfasten das Richtige für Dich ist, dann solltest Du mit Deinem Hausarzt sprechen. Dieser kennt Deinen Körper neben Dir vermutlich am besten und kann Dir dahin gehend Ratschläge geben.

Positive Effekte durch das Wasserfasten

Durch den freiwilligen Nahrungsentzug entstehen in Deinem Körper eine ganze Reihe von biochemischen Prozessen. Der wichtigste dabei ist die Autophagie, dabei baut Dein Organismus nicht benötigte und krankhafte Zellbestandteile ab. So werden Deine Zellen generalüberholt und Du wirst Dich deutlich fitter und gesünder fühlen. Ebenfalls ist es nachgewiesen, dass Fasten dem Bluthochdruck entgegenwirkt.

Auch Rheuma und rheumaähnliche Krankheiten werden durch das Fasten in ihrem Verlauf gemildert. Das Gleiche gilt für Arthrose und andere Krankheiten, die chronische Schmerzsymptome aufzeigen. Dies wurde bereits in einer Studie im Jahre 2010 nachgewiesen. Ebenfalls zeigte sich, dass sich Krebszellen weniger gut vor Nährstoffmangel schützen können, als gesundes Gewebe.

Das Fasten wird Dich glücklich machen. Auch dies wurde in einer Studie festgestellt. Mehr als 80 % der Personen, die befragt wurden und bereits eine Fastenkur durchgeführt haben, erlebten eine deutliche Verbesserung ihrer Stimmung. Immerwieder berichten Menschen davon, dass Fasten in einer gewissen Form high macht. Dies ist darauf zurückzuführen, dass während des Fastens größere Mengen von Serotonin freigesetzt werden.

Das Serotonin wird auch als Gute-Laune-Hormon bezeichnet. Gleichzeitig sinkt beim Wasserfasten der Stresshormonpegel im Körper ab. Das Wasserfasten, wie alle anderen Fastenarten auch, steht häufig für einen Neustart. Denn die Reinigung von Körper und Seele führt häufig dazu, dass Du Dinge in Deinem Leben neu bewertest und mit anderen Augen siehst.

Dies kann zu einer neuen Ernährungsweise führen, sodass Du Dich im Anschluss an die Fastenkur gesünder ernährst. Oder Du Deinem Leben eine neue berufliche Richtung gibst.

Mit Wasserfasten abnehmen?

Immer wieder wird versucht mit Wasserfasten abzunehmen. Dies gelingt auch kurzfristig, jedoch entsteht meist ein Jo-Jo Effekt. Dies hat damit zu tun, dass die Zeit des Wasserfastens zwar erfolgreich durchgeführt wird, der fastende danach jedoch wieder in alte Ernährungsmuster zurückfällt. Deshalb ist eine dauerhafte und anhaltende Gewichtsreduktion nur möglich, wenn eine Ernährungsumstellung stattfindet.

Weitere Fragen zum Thema Wasserfasten beantworten wir Dir gerne in unserem Forum.