Was ist Ketose?

Ketose - Leistungsfähiger durch eine ketogene Ernährung

Ketose ist ein Stoffwechselzustand, der dann eintritt, wenn der Körper in einen Hungerzustand gerät. Oder dann, wenn Sie sich mit wenig Kohlenhydraten ernähren und im Gegenzug dazu, einen großen Anteil ihrer Nahrung in Form von Fett und Eiweiß aufnehmen.

Je weniger Kohlenhydrate aufgenommen werden, umso schneller stellt der Körper den Energiestoffwechsel auf die Ketose um. Dabei wird die Energie nicht mehr aus Kohlehydraten gewonnen, sondern zum größten Teil aus Fett. Oft wird die Ketose auch als Hungerstoffwechsel bezeichnet. Vor allem beim Fasten stellt sich der Körper schnell auf einen ketogenen Stoffwechsel um.

Die medizinische Definition lautet folgendermaßen. Bei der Ketose erfolgt ein Anstieg der Konzentration von sauren Ketonkörpern im Blut und in den Zellzwischenräumen. Dabei können die Ketone den Zucker als Hauptenergiequelle des Organismus ablösen.

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Was ist ketogene Ernährung?

Eine ketogene Ernährung oder auch ketogene Diät ist eine äußerst kohlenhydratarme, aber sehr fettreiche Kost. Durch diese Ernährungsumstellung erfolgt eine Umstellung des Energiestoffwechsels. Nach klassischen Richtlinien werden nur noch 4 % der täglichen Nahrungsmenge als Kohlenhydrate aufgenommen. Dies entspricht in etwa 20 g Kohlenhydrate pro Tag.

Die Ernährungsempfehlungen für Erwachsene, sprechen im Gegensatz dazu meist von einer Kohlenhydrataufnahme von 50 %, um den täglichen Bedarf zu decken. Bei einer Ketose Diät, die nicht zu verwechseln mit einer ketogenen Ernährung ist, dürfen rund 6-8 % der Nahrung aus Eiweiß bestehen und rund 90 % aus Fett. Bei einer dauerhaften ketogenen Ernährung verschieben sich diese Anteile.

Die Kohlenhydrate sollten einen Anteil von maximal 5 % der täglichen Nahrungsaufnahme haben. Dafür wird der Eiweißanteil erhöht auf 30-40 % und das Fett dementsprechend auf 60-70 % reduziert. Dies ist immer noch ein sehr hoher Anteil an Fetten, die der Körper jedoch im ketogenen Zustand fast immer problemlos verarbeitet.

Wie erkenne ich Ketose Symptome?

Das häufigste Ketose Symptom zu Beginn der Ernährungsumstellung ist das schlapp und ausgelaugt fühlen. Fast so, wie wenn man eine Grippe hätte, deshalb wird dieser Zustand auch oft Ketose Grippe/Low Carb Grippe oder Keto Grippe genannt. Ebenfalls ist in dieser Zeit ein ständiges Hungergefühl und Unkonzentriertheit zu beobachten. Diese Phase ist unangenehm, zeigt jedoch, dass die Umstellung funktioniert.

Sobald die Ketose Grippe überstanden ist, sprechen fast alle Menschen von einer gesteigerten Energie und dass ihre Konzentrationsfähigkeit erhöht ist. Eine weitere Veränderung ist ein zum Teil hoher Gewichtsverlust. Dieser entsteht vor allem, weil Glykogen (Zucker), fast das dreifache des Eigengewichtes als Wasser im Körper speichert. Dadurch kommen wir zum nächsten Punkt.

Da das gespeicherte Wasser aus dem Körper entfernt werden muss, kommt es zu einer erhöhten Frequenz der Urinausscheidung. Weitere Ketose Symptome sind trockener Mund und Durst, wichtig hierbei ist es viel zu trinken und auf den Mineralienhaushalt zu achten. Bei der Ketose entsteht auch ein starker Mundgeruch. Dieser wird durch das Keton Acetoacetat ausgelöst.

Dieses Keton wird im Überschuss produziert und deshalb über den Urin oder den Atem ausgeschieden. Der Atem riecht sauer und im Urin kann das Keton über Ketose Teststreifen nachgewiesen werden.

Erhöht Ketose die Leistungsfähigkeit?

Definitiv ja, ein Beispiel ist die gesteigerte Ausdauer. Dies liegt daran, dass die Energiegewinnung aus Ketonen und Fettsäuren weniger Sauerstoff benötigt als die Energiegewinnung aus Glukose. Ebenfalls ist eine Steigerung der Gehirnfunktionen wissenschaftlich belegt, dabei wurde festgestellt, dass die Konzentration, Gedächtnis und die Fokussierung auf Tätigkeiten verbessert wird.

Viele Menschen berichten Männer berichten ebenfalls, dass die Libido durch die Ernährungsumstellung erhöht wird. Dies hat damit zu tun, dass durch die erhöhte Aufnahme von qualitativ hochwertigem Fett der Testosteronspiegel ansteigt. Durch eine verbesserte Schlafqualität stehen Sie morgens erholter auf und sind damit auch deutlich leistungsfähiger.

Was sind ketogene Lebensmittel?

Fast jeder kennt den Spruch „Du bist, was du isst“, so ist es auch bei den ketogenen Lebensmitteln. Theoretisch können Sie bei der ketogenen Ernährung, jedes Lebensmittel essen. Sie müssen jedoch darauf achten, dass die tägliche Nahrungsaufnahme einen maximalen Anteil von 5 % an Kohlenhydraten hat. Deshalb sollten Sie auf kohlenhydrathaltige Speisen wie Hülsenfrüchte, Getreideprodukte, Zucker usw. bewusst verzichten.

Bei der ketogenen Ernährung bestehen die Mahlzeiten hauptsächlich aus Fleisch, Fisch, Milchprodukten, Eier, sowie Nüssen und Samen. Erlaubt sind auch kohlenhydratarme Gemüsesorten und einige Obstsorten. Dazu zählen vor allem Citrus- und Beerenfrüchte. Sollte es sich nicht vermeiden lassen, dass Sie verpackte Lebensmittel kaufen, dann lesen Sie immer aufmerksam die Verpackungsaufschriften durch.

Bei fast allen industriell hergestellten Lebensmitteln sind Zuckerzusätze verschleiert im Produkt untergebracht. Zusätzlich werden vor allem in Wurstwaren und Fixprodukten noch Nitrate, Nitrite und als Geschmacksverstärker, Glutamatverbindungen hinzugefügt. Zucker wird auch oft nicht eindeutig deklariert. Halten Sie die Augen offen und schauen Sie, durch was, die Kohlenhydrate in dem jeweiligen Lebensmittel hineingelangen.

Achten Sie genau auf die Qualität der Lebensmittel. Sollte es Ihnen möglich sein auf Bio Gemüse zuzugreifen, dann wählen Sie stets dieses aus. Sie erwartet ein neues Geschmackserlebnis, ohne Pestizide und Kunstdünger. Das Gleiche gilt natürlich für das Obst, dass Sie kaufen. Auch wenn der Obstanteil bei der ketogenen Diät gering ist, achten Sie darauf.

Ebenso ist dies natürlich auch für alle tierischen Produkte gültig, wenn Sie nicht auf Fleisch verzichten möchten, dann sollten Sie Fleisch aus Bio Produktion kaufen. Dies garantiert Ihnen, dass die Tiere nicht mit Wachstumshormonen oder Antibiotika versorgt wurden. Das Gleiche gilt in diesem Fall natürlich auch für Butter, Eier oder Fisch. Ein Bio Siegel sollte Sie fast immer auf die sichere Seite bringen.

 

Was sind ketogene Lebensmittel?

Wie hilft eine ketogene Ernährung bei Krankheiten?

Inzwischen wurden einige umfangreiche Studien erstellt, die nachweisen, dass bei bestimmten Krankheitsbildern eine ketogene Ernährung sich positiv auf das Krankheitsbild auswirkt. Wir zählen hier einige auf, erheben jedoch kein Anspruch auf Vollständigkeit, da immer wieder neue Studien durchgeführt werden und diese eventuell zu neuen oder abweichenden Erkenntnissen kommen.

Ketogene Diät bei Übergewicht

Eine ketogene Form der Nahrungsaufnahme ist in ihrem Prozess dem Fasten sehr ähnlich. Der physiologische Prozess sorgt dafür, dass Ihrem Körper nur noch in geringem Maße Kohlenhydrate zur Verfügung stehen. So erfolgt gezielt ein Abbau der Fettreserven im Körper. Eine genaue Kontrolle der Kalorienzufuhr ist bei dieser Art der Diät jedoch unabdingbar. Idealerweise erfolgt solch eine Diät in Begleitung eines Ernährungsberaters oder Arztes.

Ketogene Ernährung gegen Epilepsie

In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde festgestellt, dass eine ketogene Ernährung gegen Epilepsie im Kindheitsalter erfolgreich sein kann. Diese Behandlungsmethode wurde jedoch durch die moderne Medizin und Pharmakologie in den Hintergrund gedrängt. Da es einfacher und meist kostengünstiger war ein Medikament einzunehmen, wie eine Ernährungsumstellung durchzuführen.

Jedoch ist bis heute die ketogene Ernährung eines der besten Mittel, um nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsene, die unter Epilepsie leiden eine Besserung zu verschaffen. Die Erfolgsrate liegt bei etwa 60 % der Personen, die eine Reduzierung in ihrer Anfallshäufigkeit erreichen.

PDH-Mangel

Ein PDH Mangel ist eine erblich bedingte Störung im Kohlenhydratstoffwechsel. Diese Erkrankung ist äußerst selten, es kommt dabei zu einer Anhäufung von Laktat in den Zellen. Dies mündet schließlich darin, dass das Blut übersäuert wird und in den Zellen keine Möglichkeit mehr besteht ausreichend Energie zu produzieren. Dies mündet schließlich darin, dass die Entwicklung von Gehirn und Muskeln zurückbleibt.

Eine ketogene Diät hilft dabei den Stoffwechsel nicht unnötig zu belasten und es werden so viele Ketone gebildet, dass der Körper dennoch ausreichend mit Energie versorgt wird.

Migräne

Bereits in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden Berichte niedergeschrieben, dass durch eine ketogene Diät eine Verbesserung der Migränesymptome stattfindet. Dabei berichteten Patienten, dass bestimmte Nahrungsmittel oder der Wegfall einer Mahlzeit Migräneanfälle auslösen. Leider wurde zu dieser Thematik nie eine Studie durchgeführt, um diese Fallbeispiele zu bestätigen.

Auch wenn zu dieser Thematik keine Studie vorliegt, die bestätigt, dass eine ketogene Diät eine Erleichterung für Migränepatienten ist. So sollte doch jeder Betroffene in Betracht ziehen, eine solche Diät, zumindest testweise durchzuführen.

Erfahrungsberichte zeigen, dass eine ketogene Diät auf verschiedene neurologische Erkrankungen einen positiven Einfluss haben kann. Ebenfalls wird eifrig diskutiert, dass kardiovaskuläre Erkrankungen sowie Diabetes Typ2 und Krebs durch eine ketogene Diät eine verbesserte Symptomatik aufweisen. Jedoch gibt es hier viele kritische Stimmen, die keinen direkten Zusammenhang darin sehen.

Wie lange eine ketogene Ernährung durchführen?

Zwar gibt es einige Studien, die zeigen, dass bestimmte Personengruppen mehr als zwölf Monate sich ketogen ernähren können, empfehlenswert finden wir dies jedoch nicht. Dies hat mehrere Gründe, die wir Ihnen aufzählen möchten.

Dauerhafter Fastenzustand

Eine ketogene Ernährung bringt den Körper in einen dauerhaften Fastenzustand. Richtig durchgeführtes Fasten ist zwar bis auf wenige Ausnahmen gesund und unterstützt den Körper sich zu regenerieren. Jedoch sollte dieser Zustand nicht dauerhaft aufrechterhalten werden.

Unfähigkeit Kohlehydrate zu verwerten

Menschen, die zu lange in der Ketose verbleiben und nur sehr wenig Protein aufnehmen, kann es passieren, dass ihr Körper keine Kohlenhydrate mehr verwerten kann. Die dafür benötigten Enzyme, Proteine und Hormone wurden abgebaut und der Körper bildet diese nur noch in unzureichender Menge. So passt sich der Körper dem Kohlenhydratverzicht an und durch eine Pause lernt er wieder „normal“ zu arbeiten.

Veränderung des Hormonhaushaltes

Allgemein bekannt ist, dass in der Ketose hormonelle Veränderungen stattfinden. Der Stoffwechsel passt sich der veränderten Nahrungsaufnahme an. Vor allem die Stoffwechselhormone nehmen ab. Selbst der positive Effekt des erhöhten Testosteronspiegels beim Mann nimmt längerfristig gesehen einen gegenteiligen Verlauf.

Bauchspeicheldrüse

Unsere Bauchspeicheldrüse produziert einen Großteil unserer stoffwechselaktiven Hormone, vor allem diese, die zur Regulierung des Blutzuckers zuständig sind. Bis jetzt gibt es keine wissenschaftlich belegbaren Studien, die zeigen wie unsere Bauchspeicheldrüse auf eine lange ketogene Ernährung reagiert.

Aus diesen vorgenannten Gründen, empfehlen wir für 6-8 oder maximal zehn Wochen eine ketogene Ernährung durchzuführen. Danach sollte der Körper für ein bis zwei Wochen wieder Kohlenhydrate zugeführt bekommen. Dabei sollten Sie gewissenhaft auf die Art der Kohlehydrataufnahme achten. Wichtig ist, dass Sie ein Augenmerk darauf legen, dass Sie eine ballaststoff- und nährstoffreiche Ernährung einhalten.

Zu lange in der Ketose, woran merke ich es?

Wie wir oben schon geschrieben haben, kann eine ketogene Ernährung auch zu lange durchgeführt werden. Es gibt natürlich verschiedene Ursachen, warum Sie sich in der Phase der Ketose nicht mehr wohlfühlen. Dies kann mit der zu geringen Aufnahme von Fett zu tun haben, oder zu viel Protein, vielleicht auch zu viel Stress. Wichtig ist jedoch zu erkennen, ob der Körper eine Pause von der Ketose braucht.

Hier einige Symptome die dies anzeigen können:

Frösteln: Sie frieren häufiger und schneller und auch eine erhöhte Fettaufnahme bringt keine Besserung.

Schlaf: Sie waren nach 7-8 Stunden Schlaf auf und fühlen sich nicht erholt.

Hungergefühl: Trotz der richtigen Durchführung der Ernährung, mit viel Fett und Ballaststoffen, haben häufig ein starkes Hungergefühl.

Keine Gewichtsabnahme: Sie merken, dass Sie kein Gewicht mehr verlieren. Auch Sport oder eine erhöhte Zufuhr an Ballaststoffen, verändert nichts an diesem Zustand.

Sinkende Ketonwerte: Ihre Ketonwerte sinken immer weiter, obwohl Sie keine Veränderungen an Ihrem Lebensstil oder Essgewohnheiten haben.

Dies können alles Symptome dafür sein, dass Ihr Körper nach einer Pause von der Ketose verlangt. Geben Sie ihm eine Pause, von ein bis zwei Wochen und starten Sie dann Ihre Ketose von Neuem.

Wie ist es möglich die Ketose zu messen?

Gerade dann, wenn Sie das erste Mal eine Ketose erleben, besteht häufig die Unsicherheit, wann Sie die Ketose erreichen. Damit Sie dies zuverlässig testen können, gibt es unterschiedliche Methoden. Die erste Methode ist die Messung von Ketonkörpern im Urin. Diese Methode ist gleichzeitig die günstigste, die dafür nötigen Teststreifen können Sie in jeder Apotheke kaufen.

Zu berücksichtigen bei dieser Methode ist, dass nur die Ketonkörper nachgewiesen werden können, die auch vom Körper über den Urin ausgeschieden werden. Sie sollten wissen, je effizienter Ihr Körper, die Ketonkörper in Energie umwandelt, umso geringer ist die Ausschüttung von Ketone im Urin. Deutlich zuverlässiger und genauer ist die Messung im Blut.

Diese sogenannten Blutketonmeter funktionieren wie ein Blutzuckermessgerät. Sie können davon einen genauen Wert ausgeben, der zeigt, wie hoch die Ketonkörperkonzentration im Blut ist. Inzwischen gibt es auch Geräte die sowohl die Ketonkonzentration, als auch die Blutzuckerwerte messen können. Dazu ist eine Verwendung von unterschiedlichen Teststreifen für die jeweilige Messung notwendig.

Sollten Sie bereits lange mit der Ketose arbeiten und auch langfristig, dann empfehlen wir Ihnen einem Atem-Ketonmeter. Dieses Gerät misst die Konzentration von Aceton in Ihrer Atemluft. Dieser Wert lässt Rückschlüsse auf die Konzentration der Ketonkörper im Blut zu. Dieses Gerät ist das teuerste von allen und deshalb vor allem für die langfristige Anwendung geeignet.