Saftfasten – Saftkur

Saftfasten - der sanfte Einstieg in das Thema Fasten

Für viele Menschen ist das Saftfasten, oder die Saftkur ein sanfter Einstieg, um sich dem Thema Fasten zu nähern. Während des Saftfastens werden die Nährstoffe ausschließlich aus Obst- und Gemüsesäften aufgenommen. Für die Flüssigkeitszufuhr sollten Sie immer ausreichend Wasser und Kräutertee zu sich nehmen. Es ist ebenfalls erlaubt warme Gemüsebrühe zu essen.

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Was ist Saftfasten?

Beim Saftfasten werden dem Körper über einen bestimmten Zeitraum keine festen Nahrungsmittel zugefügt. Ebenfalls sind Genussmittel wie Kaffee, Alkohol oder gesüßte Getränke tabu. Die Mahlzeiten werden durch vitaminreiche Säfte und einer sogenannten Fastensuppe ersetzt. Die Fastensuppe (Gemüsebrühe) wird nicht von allen Menschen bei einer Saftkur mit einbezogen.

Dies hat aber meist persönliche Gründe und der Effekt der Kur ist davon nicht abhängig. Das Saftfasten ist keine Diät, sondern dafür gedacht, dass der Stoffwechsel des Körpers entlastet wird. Dabei wird auch das basische Gleichgewicht innerhalb Ihres Körpers wiederhergestellt. Wie bei jeder Fastenart sollte auch beim Fasten mit Saft eine innere Einkehr stattfinden.

Denn jede Fastenform bietet Ihnen auch die Möglichkeit, Ihre Essgewohnheiten zu überdenken. Also nutzen Sie diese Zeit und hören Sie auf Ihren Körper.

Was ist der Unterschied vom Fasten zum Saftfasten?

Beim klassischen Fasten wird ausschließlich Wasser und ungesühnt der Kräutertee getrunken. So werden dem Körper keinerlei Kalorien zugeführt und er beginnt die körpereigenen Reserven zu nutzen. Dabei schaltet der Körper nach einigen Tagen den Energiestoffwechsel um. Dann wird die Energie nicht mehr aus Kohlehydraten gewonnen, sondern die Fettreserven werden angegriffen.

Die Verbrennung des Fettes wird als ketogener Stoffwechsel bezeichnet und ist auch als Ketose bekannt. Beim Saftfasten jedoch wird der Körper mit großen Mengen an Nährstoffen versorgt. Dazu gehören Vitamine, Mineralstoffe und natürlich Enzyme. Durch die Aufnahme der Kohlenhydrate, die in den Säften enthalten sind, kommt der Körper nicht in einen ketogenen Zustand.

Wie lange sollte eine Saftkur gemacht werden?

Sollten Sie das erste Mal in das Thema Fasten eingestiegen sein, so empfehlen wir Ihnen einen Zeitraum von drei Tagen für den Start. Dabei sollten Sie jedoch immer genau auf Ihren Körper hören. Sollten Sie sich unwohl fühlen, dann müssen Sie entscheiden, ob die Kur abgebrochen werden muss. Lassen Sie sich dabei jedoch nicht von Ihren Hungergefühlen in die Irre führen.

Haben Sie Ihre erste drei Tageskur gut überstanden und spüren Sie positive Ergebnisse, dann dürfen Sie gerne mit dem Gedanken einer längeren Saftkur spielen. So können Sie den Zeitraum auf 5-7 Tage für das Saftfasten verlängern. Menschen, die das Saftfasten regelmäßig betreiben, erhöhen die Fastenzeit auf 14-21 Tage. Wir raten jedoch davon ab, mehr als drei Wochen das Saftfasten zu betreiben.

Saftfasten

Vorbereitung auf das Fasten mit Saft

Die ideale Vorbereitung auf eine Saftkur sind sogenannte Entlastungstage. Dabei sollten Sie einige Tage vor Fastenbeginn Ihre Ernährung und wenn möglich Ihre Lebensweise umstellen. Die meisten Menschen essen sehr kalorienreich und trinken regelmäßig Alkohol. Ebenfalls ist die Aufnahme von Nikotin, Kaffee und Süßigkeiten ein normaler Vorgang.

Damit ein sanfter Einstieg in das Fasten stattfinden kann, sollten Sie alle diese Dinge einige Tage vor Fastenbeginn reduzieren. Dadurch ermöglichen Sie Ihrem Körper eine Entlastung. Reduzieren Sie täglich die Mengen dieser Giftstoffe und der Einstieg in das Fasten, wird für Sie deutlich leichter sein. Idealerweise vermeiden Sie ebenfalls Stresssituationen und Hektik in dieser Vorbereitungszeit.

Während der Entlastungstage sollten Sie nur leicht verdauliche Speisen zu sich nehmen. Hierbei sollten Sie tierische Produkte vermeiden und stattdessen viel gedünstetes Gemüse und Salate zu sich nehmen. Gut ist es auch, wenn Sie mindestens 3 l Flüssigkeit zu sich nehmen. Dabei sollten Sie Wasser, Kräutertee, sowie stark verdünnte Gemüse- oder Obstsäfte zu sich nehmen.

Versorgen Sie sich vor Beginn der Saftkur mit ausreichend Obst und Gemüse, um Ihre Säfte selbst frisch zu pressen. Sollte das nicht möglich sein, dann ist es auch möglich die frischgepressten Säfte durch Bio Säfte ohne Zuckerzusatz zu ersetzen. Achten Sie darauf, dass Sie unterschiedliche Teesorten zu Hause haben. Vielleicht möchten Sie sich auch selbst eine Fastensuppe herstellen, alternativ ist es auch möglich eine Gemüsebrühe in Bio Qualität zu genießen.

Welche Säfte sind für das Fasten geeignet?

Wichtig bei der Zusammenstellung der Säfte für das Saftfasten ist es den Obstanteil geringer zu halten als den Gemüseanteil. Die Profis beim Saftfasten bevorzugen eine Mischung aus Gemüse und Obst. Solche Mischungen haben den Vorteil, dass die Obstsorten den Geschmack des Gemüses überdecken. Vor allem Fenchel, Kohl und auch Sellerie sind nicht jedermanns Geschmack.

Sehr gute Obstsäfte, um den Geschmack zu überdecken, sind Säfte aus Zitrusfrüchten, wie Orange oder Grapefruit. Diese haben aber noch weitere Vorteile, sie haben einen hohen Vitamingehalt und sind reich an Antioxidantien. Ebenfalls wird durch Zitrusfrüchte die Autophagie gesteigert und das Spermidin im Körper wird erhöht. Achten Sie darauf, dass sie eine große Vielfalt an Säften zu sich nehmen.

Dies sollten Sie deshalb tun, weil in einer Fastenphase die Abwechslung sehr wichtig ist. So freuen Sie sich auf das nächste Geschmackserlebnis und müssen nicht an den nächsten grauenhaften Geschmack denken. Experimentieren Sie und seien Sie kreativ. Bedenken Sie jedoch, dass die Herkunft eines Obstes wichtig ist. Kaufen Sie, wenn möglich in Bio Qualität und regional ein.

 

Empfohlene regionale Obst- und Gemüsesorten für die Saftkur

Hier eine Auflistung der unterschiedlichen Gemüse- und Obstsorten, die wir für eine Saftkur verwenden.

Gemüse:

Spinat, Mangold, Brokkoli, Grünkohl, Wirsing, prinzipiell alle Kohlsorten. Dazu können Sie ebenfalls Karotten, Rote Bete, Sellerie, Radieschen, Tomaten, Gurken und Paprika zu Saft verarbeiten.

Salat:

Auch hier ist jede Salatsorte denkbar, dazu gehören Kopfsalat, Feldsalat, Eichblattsalat, Chicorée usw.

Beeren:

Dazu zählen Blaubeeren, Johannisbeeren, Erdbeeren, Himbeeren usw.

Obst:

Birnen, Trauben, Pflaumen, Äpfel, Nektar, Pfirsiche und auch Zitrusfrüchte, die leider nicht im deutschsprachigen Raum gedeihen.

Für den Geschmack:

Um nicht immer nur den Gemüse- und Obstgeschmack zu haben, hat es sich bewährt Ingwer und Kurkuma in die Säfte zu mixen. Ebenfalls sind Kräuter sehr beliebt, um eine Geschmacksveränderung zu bekommen. Hier zählen Petersilie, Minze, Spitzwegerich und Löwenzahn zu den meistgenutzten.

Wie viele Säfte am Tag?

Zwischen fünf und sieben Gläser Saft sollten Sie am Tag zu sich nehmen. Dies entspricht ungefähr 1-1,5 l Saft. Auch hier möchten wir noch einmal darauf hinweisen, dass der Anteil an Gemüsesäfte höher sein sollte, wie der Anteil an Obstsäften. Dies hat zwei Gründe, der erste ist, dass Obst eine höhere Kalorienanzahl hat wie Gemüse. Jedoch sollte beim Saftfasten die Kalorienaufnahme nicht höher als 750 kcal pro Tag liegen.

Ebenfalls hat Obst teilweise einen hohen Fruchtzuckergehalt, was bei einer erhöhten Aufnahme zu einer Gewichtszunahme führen kann. Als ideal beim Saftfasten wird eine Mischung von einem Drittel Obstsaft und zwei Dritteln Gemüsesaft angesehen.

Welche positiven Effekte gibt es bei einer Saftkur?

Die wichtigsten positiven Effekte beim Saftfasten sind:

  • Verbesserung der Blutfettwerte
  • Verbesserung des Stoffwechsels
  • Bluthochdruck wird vermindert
  • Abbau von Übersäuerung im Körper
  • Straffung des Bindegewebes, schöneres Erscheinungsbild der Haut
  • Entlastung von Magen und Darm
  • Immunsystem wird gestärkt
  • Rheumasymptome werden häufig abgeschwächt
  • Gewichtsverlust
  • Allgemeinzustand verbessert sich, höhere Vitalität und Leistungsfähigkeit

Gerade für Personen, die sich bisher nicht mit dem Fasten beschäftigt haben, ist das Saftfasten ein hervorragender Einstieg. Bereits mit einem drei Tage Programm können viele Menschen ein gesteigertes Wohlbefinden erzielen. Dazu kommt ein Gewichtsverlust, der häufig zu einem Umdenken in der Ernährung führt.

Für wen ist Saftfasten geeignet?

Eine Saftkur eignet sich für alle Menschen, die gesund sind. Aber auch hier gilt die Regel, dass keine Kinder und Jugendliche, Schwangere und alte sowie geschwächte Menschen eine Fastenkur beginnen sollten. Sind Sie sich unsicher, ob Ihr Allgemeinzustand für eine Fastenkur geeignet ist, dann sollten Sie mit einem Mediziner Ihres Vertrauens sprechen.

Die oben aufgeführten Personengruppen müssen besonders darauf achten, dass eine ausreichende Nährstoffzufuhr jederzeit gewährleistet ist. Deshalb sollte eine Ernährungsform wie das Saftfasten nicht angestrebt werden. Denn bestimmte Nährstoffe, können durch diese Ernährung nicht aufgenommen werden.

Ebenfalls ist das Fasten für Menschen ungeeignet, die Essstörungen, Untergewicht oder einen Nährstoffmangel haben. Ebenfalls sollten Menschen auf eine Saftkur verzichten, die bestimmte Nährstoffe nicht über den normalen Weg (Darm/Magen) aufnehmen können.

Saftkur

Gibt es Nebenwirkungen beim Fasten mit Saft?

Wie bei allen Ernährungsformen, die einseitig aufgebaut sind, kann es zu Mangelerscheinungen kommen. Jedoch sollten Zeiträume von bis zu sieben Tagen für einen gesunden Menschen problemlos machbar sein. Ein häufiges Symptom beim Fasten sind Kopfschmerzen, vor allem am Anfang der Fastenzeit, wenn sich der Stoffwechsel umstellt treten diese auf.

Weitere Nebenwirkungen sind, dass Sie sich müde fühlen und frieren. Auch diese Symptome verschwinden meist nach 2-4 Tagen. Durch die hohe Aufnahme an Fruktose, kann es bei empfindlichen Menschen zu Durchfall kommen. Dies lässt sich dadurch umgehen, dass der Gemüseanteil in den Säften erhöht wird. Sollten die Symptome zu heftig werden, dann empfehlen wir Ihnen die Fastenkur abzubrechen.

Was sollte man nach einer Saftkur essen?

Nach jeder Fastenkur kommt das Fastenbrechen und die Aufbautage. Nach Beendigung der Saftkur ist es verständlich, dass die Verdauungsorgane nur langsam wieder an feste Nahrung gewöhnt werden sollen. Deshalb sollten Sie genau darauf achten, welches Essen und wie viel sie davon aufnehmen. Planen Sie für die Aufbautage mindestens zwei, besser jedoch 3-5 Tage ein.

Menschen, die die Aufbautage nicht einhalten, haben oft unter Magenkrämpfen zu leiden oder nehmen sehr schnell zu. Deshalb sollten Sie folgende Dinge beachten:

  • viel Rohkost essen
  • keine Fertigprodukte oder schwer verdauliches essen
  • langsam und lange kauen
  • nur kleine Portionen aufnehmen
  • weiterhin mindestens 2 l Flüssigkeit pro Tag aufnehmen
  • keine Genussmittel wie Alkohol, Süßigkeiten oder Zigaretten

Das Lebensmittel, das praktisch als Synonym für das Fastenbrechen ist, ist der Apfel. Er ist hervorragend geeignet als erste Mahlzeit nach der Fastenzeit. Selbstverständlich können Sie auch andere Frühstück zu sich nehmen, jedoch sollten Sie darauf achten, dass diese leicht bekömmlich sind. Dazu gehören Beeren, Birnen aber auch Melonen und Mangos sowie Erdbeeren.

Sollten Sie es eher herzhaft mögen, dann empfehlen wir Ihnen eine leicht gewürzte pürierten Suppe. Diese sollten Sie langsam und nicht zu heiß essen. So kann sich Ihr Magen wieder langsam an normale Speisen gewöhnen.

Saftkur/Saftfasten – Fazit

Für viele Menschen ist das Saftfasten der Einstieg in die Thematik Fasten. Die schnellen Erfolge dabei, die bereits nach drei Tagen spürbar sind überzeugen viele von dieser Methodik. Die positiven Effekte können somit bereits mit einer dreitägigen Saftkur erzielt werden. Ideal ist es natürlich, wenn Sie die Ausdauer und die Zeit haben, dies auf sieben Tage zu verlängern.

Ein wichtiger Aspekt ist auch die Verwendung von Bio Gemüse und Obst. Denn nur so kann der Körper wirklich entgiftet werden. Ebenfalls sollte eine Saftkur nicht als Diät zum Abnehmen angesehen werden. Es findet zwar ein Gewichtsverlust statt, aber dieser ist darauf zurückzuführen, dass der Körper Wasser verliert und der Darm vollständig entleert wird.

Das Saftfasten ist aber perfekt dafür geeignet, damit Sie Ihre Essgewohnheiten dauerhaft ändern. Denn häufig ist der Drang nach Süßigkeiten nach einer Saftkur deutlich geringer.