Heilfasten

Erneuerung, Entschlackung & Besinnung!

Das Fasten gibt es etwa schon so lange, wie die Menschheit existiert. Gefastet wurde bereits im alten Ägypten, es zieht sich weiter durch alle Weltreligionen und machte selbst vor den Tech-Gurus des Silicon Valleys nicht halt. Heilfasten bedeutet aber viel mehr, als einfach nichts zu essen. Vielmehr geht es um Entschlackung, Erneuerung, Besinnung, Verzicht und darum, sich selbst zu finden.

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Was ist Heilfasten?

Beim Heilfasten geht es im Gegensatz zum Intervallfasten um den freiwilligen Nahrungsverzicht für eine begrenzte, jedoch längere Zeit. Typischerweise wird zwischen 5 Tagen und 5 Wochen gefastet. 

1935 fand Heilfasten zum ersten Mal grosse Beachtung, als Otto Buchinger sein Buch «Heilfasten» veröffentlichte. Wegen chronischer Entzündungen der Gallenblase und der Gelenke war er bereits im Alter von 40 Jahren Voll-Invalide. Durch zwei lange Fastenkuren hat er seine volle Gesundheit wiedererlangt. 

Zu den Krankheiten und Beschwerden, bei denen Heilfasten angewendet werden kann, gehören: 

5 Gründe warum Du fasten solltest!

Nebst der Behandlung der bereits oben genannten Krankheiten gibt es 5 weitere unschlagbare Gründe, warum Du ein Mal pro Jahr eine Heilfastenkur machen solltest. 

#1 Fasten hilft Deinem Stoffwechsel

Essen bedeutet Stress für Deinen Körper. Unser Körper ist für das Fasten und nicht für das Daueressen ausgelegt. Diese Pause vom Essen hilft Deinen Zellen, Deiner Bauchspeicheldrüse und anderen Organen. Heilfasten verändert Zucker- und Cholesterinspiegel sofort positiv. Dein Blutdruck und die Insulinresistenz sinken. Dein Darm wird von Rückständen, Toxinen und abgestorbenem Zellmaterial befreit. 

#2 Fasten hilft Deiner Seele

Studien belegen, dass 80% der Fastenden sich besser, ruhiger und näher bei sich selbst fühlen. Heilfastende Menschen nehmen sich viel intensiver wahr und reaktivieren den direkten Draht zur Psyche und zum Körper. 

Beim Fasten wird das Glückshormon Serotonin stärker freigesetzt. Auch dieser Prozess ist evolutionär bedingt. Wäre die Stimmung in früheren Zeiten nach 3 Tagen ohne Essen eingebrochen, hätten die Menschen ein Problem gehabt. Parallel zum Anstieg von Serontonin sinkt der Stresshormonpegel bei Fastenden. 

#3 Fasten zur Prävention von Krankheiten

Fasten wird zur Prävention und sogar Behandlung von einer Vielzahl chronischer Krankheiten empfohlen und als Therapie eingesetzt. Der fundamentale Prozess dabei ist die Autophagie.

Autophagie ist der körpereigene Mechanismus, um geschädigte Zellen zu nutzen und um neue und gesunde Zellen zu generieren. Der Begriff Autophagie stammt ursprünglich vom altgriechischen Wort «autóphagos» ab, was so viel bedeutet wie «sich selbst essen».

Autophagie ist Zellrecycling und Zellreinigung zur gleichen Zeit. Es ist wie ein „Neustart-Button“ für Deinen Körper und insbesondere Deine Zellen.

#4 Fasten macht Dich schöner

Die Reinigung Deines Körpers ist natürlich auch äusserlich sichtbar. Mit Heilfasten kommt Deine Schönheit definitiv auf ihre Kosten. Deine Haut strafft sich, kleine Unreinheiten verschwinden und vieles mehr:

#5 Fasten stärkt Dein Immunsystem

Heilfasten soll den Körper entschlacken und reinigen. Die Reduzierung der Kalorienzufuhr bzw. der vorübergehende Verzicht aufs Essen bringt das Immunsystem auf Trab. Außerdem sehen viele Mediziner die Möglichkeit, durch Fasten das Risiko von Entzündungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren.

Wissenschaftler konnten sogar nachweisen, dass eine Fastenkur bewirkt, dass schädliche Veränderungen der Immunzellen rückgängig gemacht werden. Von diesem Effekt profitieren besonders übergewichtige Menschen.

Arten des Heilfastens

Beim Heilfasten hast Du die Qual der Wahl. Verschiedene Fastenmethoden stehen zur Auswahl. Wichtig ist, sich an die jeweilige Fastenanleitung zu halten, um auch wirklich die erwünschten Fastenerfolge zu erzielen.

Don'ts beim Heilfasten:

Beim originalen oder "echten" Heilfasten wird nach der Darmentleerung nur Wasser getrunken. Zusätzlich kann Heilerde, Zeolith oder Bentonit eingenommen werden. Dies hilft bei der zusätzlichen Entgiftung. Das originale Heilfasten wird zwischen 5 und 10 Tagen durchgeführt. 

  • Nur Wasser ist erlaubt. 
  • Gefastet wird zwischen 5 und 10 Tagen. 
  • Nicht für Anfänger geeignet. 

Heilfasten nach Buchinger wird ebenso zwischen 5 und 10 Tagen durchgeführt. Im Gegensatz zum "echten" Heilfasten kann jedoch Tee, Frucht- oder Gemüsesaft und Gemüsebrühe konsumiert werden. Ebenso kann der Tee mit Honig angereichert werden. Wichtig beim Fasten nach Buchinger ist auch die tägliche Bewegung, die ein fester Bestandteil des Programms ist. Die Bewegung vermeidet den Muskelabbau beim Heilfasten. 

  • Gefastet wird zwischen 5 und 10 Tagen. 
  • Erlaubt sind Suppen, Tee und Säfte. 
  • Täglich 30 bis 60 Minuten joggen. 

Suppenfasten und Saftfasten sind deutlich nährreicher als das Heilfasten nach Buchinger oder das «echte» Heilfasten. Dabei werden 2 bis 3 Mal pro Tag eine Suppe und/oder mehrere frische Säfte zu sich genommen. 

  • Beim Saftfasten sind 3 bis 7 Gläser frischgepresster Saft pro Tag erlaubt. 
  • Beim Suppenfasten sind 3 Suppen pro Tag erlaubt. 
  • Saft- und Suppenfasten werden zwischen 5 bis 10 Tagen durchgeführt.

Dr. Franz Xaver Mayr (1875-1965) forschte, wie Darmgesundheit und Entschlackung mit dem Allgemeinbefinden zusammenhängen. 

Ursprünglich entwickelte er eine Milch-Semmel-Kur. Aktuell wird jedoch die abgewandelte Form mit einem Gebäck aus Dinkel praktiziert und anstelle von Milch werden Suppen empfohlen. 

  • Gefastet wird zwischen 1 und 4 Wochen. 
  • Erlaubt sind dreimal pro Tag ein Dinkelgebäck und dreimal Suppe pro Tag. 
  • Diese Fastenkur ist ideal für Anfänger. 

Genau vor 200 Jahren entwickelte Johannes Schroth seine Heilfastenkur. Bei der Schrothkur wechselt sich ein «Trockentag», an dem eine geringe Menge getrunken werden darf, mit vier «Trinktagen» ab. An diesen darf man beliebig viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Parallel wird eine kalorienreduzierte, fettarme und vegetarische Diät durchgeführt. 

  • Auf 4 Tage normales Trinken folgt 1 Tag mit reduziertem Trinken.
  • Jeden Tag wird kalorienreduziert, fettarm und vegetarisch gegessen. 
  • Gefastet wird zwischen 2 und 4 Wochen.

Beim Basenfasten liegt der Fokus auf basischen Lebensmitteln, wie etwa Obst und Gemüse. Säurebildende Nahrungsmittel werden komplett gestrichen. Das Fasten wird mit Basenpulver, Leberwickel, Basenbäder und viel Bewegung ergänzt. 

  • 2 bis 3 basische Mahlzeiten (nur Obst und Gemüse) pro Tag sind erlaubt. 
  • Basenpulver und Basenbäder als Ergänzung. 
  • Basenfasten wird zwischen 1 bis 3 Wochen durchgeführt. 

Beim Intervallfasten, auch intermittierendes Fasten genannt, geht es insbesondere um den Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme, für den es verschiedene Varianten gibt. Diese Flexibilität ermöglicht es, die richtige Methode für individuelle Bedürfnisse zu finden.

Die meisten Menschen fasten bereits täglich, nämlich während des Schlafs. Beim Intervallfasten geht es darum, diese Phase zu verlängern. So integrierst Du die zahlreichen positiven Eigenschaften des Fastens, wie Autophagie eine ist, in Deinen Alltag. 

  • 16/8 Methode: 16 Stunden Fasten und 8 Stunden Essen. 
  • 5/2 Methode: 5 Tage Essen und 2 Tage Fasten.
  • 1/1 Methode: 1 Tag Fasten und 1 Tag Essen. Immer abwechselnd. 

5 Regeln des Heilfastens

Halte Dich an diese 5 Regeln und Tipps des Heilfastens und Du wirst eine erholsame, gesunde und regenerierende Heilfastenkur haben. 

#1 Entlastungstag und Fastenbrechen sind entscheidend

Eine Fastenkur startet immer mit mindestens einem Entlastungstag. Gewöhne Deinen Körper langsam an den Nahrungsentzug. Du kannst die Entlastungstage auch mit Intervallfasten beginnen. So lässt Du beispielsweise 3 Tage vor der Heilfastenkur jeweils eine Mahlzeit pro Tag weg. 

Noch wichtiger ist das “Fastenbrechen”, dies leitet das Ende Deiner Fastenkur ein. Der Körper muss sich langsam wieder an feste Nahrungsaufnahme gewöhnen. Das könnte am ersten Aufbautag ein geriebener Apfel oder püriertes Gemüse sein. Wer die Aufbauphase missachtet und nach dem Fasten direkt wieder üppige Mahlzeiten zu sich nimmt, schadet nicht nur seinem Körper, sondern auch der Figur.

#2 Viel trinken

Ausser bei der Schrothkur solltest Du viel trinken. Dein Körper braucht insbesondere während der Heilfastenkur mehr Flüssigkeit als sonst, um die gespeicherten Gifte und Abbauprodukte ausschwemmen zu können. 

#3 Ruhe finden

Eine Heilfastenkur ist etwas sehr spezielles für Körper und Geist. Organisiere Dich so, dass Du während dieser Zeit Ruhe findest. Suche Dir ganz gezielt Rückzugsorte und Rückzugsrituale. Es bietet sich auch an, für diese Zeit weniger zu arbeiten. 

Wenn Du 2 bis 3 Mahlzeiten pro Tag auslässt wirst Du plötzlich viel mehr Zeit haben. Es fällt nicht nur das Essen selbst weg, sondern auch das Einkaufen und das Kochen. Nutze diese Zeit, um zu Dir selbst und zur Ruhe zu finden. 

#4 Bewegung

Nimm Dir Zeit für tägliche Bewegung. Spazieren, Yoga oder Wanderungen eignen sich besonders gut, auf zu intensiven Sport solltest Du verzichten. Die Bewegung beschleunigt den Abtransport von Giftstoffen und Dein Stoffwechsel kommt in Schwung. Ebenso wird durch die tägliche Bewegung der Abbau Deiner Muskelmasse verhindert. 

#5 Frische Luft & Natur

Geniesse Deine Fastenzeit so oft es geht an der frischen Luft und in der Natur. Geh für einen Spaziergang in den Wald oder in die Berge. Die Natur hat eine heilende Wirkung auf Deine seelischen Prozesse. 

Durch die frische Luft und die Sonnenstrahlen tankst du Energie, viel Vitamin D und Lebensfreude. All das gibt dir wieder neue Motivation für die kommenden Fastentage.

Heilfasten, was passiert im Körper?

Es gibt viele Dinge, die im Körper passieren, wenn wir fasten. Genauso viele Dinge passieren aber auch nicht oder sehr langsam, wenn wir immer in gefüttertem Zustand sind.

Dein Körper im ernährten Zustand

In einem gut ernährten Zustand befindet sich jede einzelne Zelle in Deinem Körper in einem Wachstumsmodus. Deine Insulinsignale und mTor-Bahnen sagen der Zelle, dass sie wachsen, sich teilen und Proteine synthetisieren sollen. Übrigens haben diese Prozesse, wenn sie überaktiv wirken, Auswirkungen auf das Krebswachstum. 

Das mTOR-Enzym liebt es, reichlich Nährstoffe um sich herum zu haben. Wenn das mTOR-Enzym aktiv ist, sagt es der Zelle «Beschäftige dich nicht mit Autophagie»Autophagie ist ein Zellrecyclingprozess, der Deinen Körper von beschädigten Proteinen und Zellmüll befreit. 

Wenn Deine Zellen gut ernährt sind, wird Dein Zellrecyclingsprozess nicht aktiviert. Solange auch die Gene in deinen Zellen für Zellwachstum eingeschaltet sind, bleiben Gene, die mit Fettstoffwechsel oder der Reparatur von Zellschäden zu tun haben, ausgeschaltet. 

Es ist offensichtlich: Dein Körper beschäftigt sich mit Wachstum und Zellteilung, aber nicht mit dem Heilen und Reparieren der Zellen. Dies ändert sich während des Intervallfastens.

Dein Körper im fastenden Zustand

Wenn Du fastest, wechselt Dein Körper in eine Art positiven Stressmodus. Dies geschieht durch die Aktivierung von Genen, die Dich vor Stress schützen sollen. 

Beim Fasten aktiviert Dein Körper den AMPK-Signalweg. Dieser kann als eine Bremse für das Gaspedal des zuvor beschriebenen mTOR-Enzyms angesehen werden. AMPK signalisiert der Zelle, in den Selbstschutzmodus zu gehen und aktiviert die Autophagie und den Fettabbau. 

Parallel dazu beginnen die Werte eines Moleküls namens NAD+ zu steigen. Dieses Molekül, dessen Vorläufer Vitamin B3 ist, aktiviert die Sirtuine SIRT1 und SIRT3. Diese Sirtuine schalten jene Gene aus, die für das obige Zellwachstum verantwortlich sind. 

Ketone, die ebenfalls während des Intervallfastens produziert werden, wirken als Deacetylase-Inhibitoren. Oder einfach ausgedrückt: Ketone wirken antioxidativ und sie reparieren Zellen.