Glaubersalz – Hilfe zur Darmreinigung

Geschichte, Anwendung und Wirkweise des Glaubersalzes

Solltest du bereits einmal auf der Suche nach einem natürlichen Abführmittel gewesen sein, dann wird dir wahrscheinlich auch Glaubersalz bekannt sein. Glaubersalz, das  auch Karlsbader Salz genannt wird, ist Natriumsulfat und damit ein Natriumsalz, das in der Schwefelsäure enthalten ist. Den Namen bekam das Salz von dem Chemiker Johann Rudolph Glauber, der  es 1625 im Mineralwasser einer Quelle von Karlsbad entdeckte.

Zwar machte Glauber diese Entdeckung bereits im Alter von 21 Jahren, jedoch erst 30 Jahre später experimentierte er umfassend damit. Dabei entdeckte er 26 verschiedene Möglichkeiten das Natriumsulfat/Glaubersalz medizinisch einzusetzen. Die bekannteste und wichtigste medizinische Anwendung ist es, dass das Glaubersalz als Abführmittel eingesetzt wird.

Das Bittersalz wird oft mit dem Glaubersalz gleichgesetzt,  der Unterschied dabei ist jedoch, dass Bittersalz ein Magnesiumsulfat ist. Des Weiteren hat Glaubersalz eine deutlich effektivere Wirkung beim Abführen als Bittersalz.

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Die Anwendung von Glaubersalz

Die Anwendung von Glaubersalz ist sehr einfach durchzuführen. Jedoch solltest du daran denken, dass die Einnahme nicht wirklich angenehm ist. Manche Menschen trinken eine Glaubersalzlösung problemlos, andere reagieren auf diesen unangenehmen Geschmack sehr heftig, teilweise sogar mit Erbrechen. Da das Salz eine starke Wirkung hat, ist es wichtig, das du  die richtige Dosierung wählst.

Die Glaubersalz Lösung solltest du deshalb folgendermaßen zubereiten:

Für Kinder ab 6 Jahren:

  • Einzeldosis/Tagesdosis: 5-10 g (1-2 Teelöffel) in 250-300 ml Wasser.

Für Erwachsene:

  • Einzeldosis/Tagesdosis: 10-20 g (2-4 Teelöffel) in 250-300 ml Wasser.

Für eine rasche Entleerung des Darms kannst du bis zu 30 g Glaubersalz verwenden. Dies entspricht ein bis zwei Esslöffel des Pulvers und du solltest es in 500 ml Wasser auflösen. Beachte dabei immer, dass die Salzkristalle vor dem Trinken komplett aufgelöst sind. Idealerweise benutzt du dafür warmes Wasser, sodass sich die Kristalle schneller auflösen.

Damit der bittere Geschmack für empfindliche Nasen und Geschmacksnerven besser zu ertragen ist, kannst du dir beim Trinken die Nase zu halten. Eine Alternative ist es, Orangen- oder Zitronensaft der Mischung beizufügen. Nachdem du  deine Glaubersalzlösung vollständig ausgetrunken hast, solltest du mindestens die gleiche Menge an Wasser aufnehmen.

Dies hat zwei Gründe, zum einen, damit der unangenehme Geschmack aus deinem Mund und Rachenraum verschwindet und zum anderen, damit das Salz seine Wirkung im Darm voll entfalten kann.

Glaubersalz trinken

 

 

Wie schnell wirkt das Glaubersalz?

Dies ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Bei einzelnen Personen kann  es bis zu 8 Stunden dauern, bis die Wirkung eintritt. Ebenfalls wurde uns schon berichtet, dass andere mit einem empfindlichen Magen-Darm-Trakt bereits nach 30 Minuten einen Aufenthalt im Porzellanzimmer gebucht haben. Wie du siehst, sind hier die Erfahrungen sehr unterschiedlich.

Jedoch hatte sich gezeigt, wenn Personen empfindlich auf manche Nahrungsmittel oder Getränke reagieren, die abführende Wirkung von Glaubersalz schneller eintritt. So kannst du für dich selbst am besten einschätzen, wie empfindlich dein Darm auf etwas Unbekanntes  reagiert. Wir würden dir empfehlen, mit einer geringen Dosis anzufangen und diese je nach Ergebnis zu steigern.

Wenn du Glaubersalz kaufst, dann steht auf der Verpackung meistens, dass du die Lösung vor dem Schlafengehen einnehmen solltest. Wir können dir davon nur abraten, denn auch, wenn die Hersteller von einer Wirkzeit von 8 Stunden ausgehen, heißt es nicht, dass dies bei jedem so ist. Und wir sind uns sicher, dass du weniger Interesse daran hast, in der Nacht von heftigen Durchfällen aufgeweckt zu werden.

Deshalb ist es sinnvoll, die Lösung am Morgen auf nüchternen Magen zu trinken. Verbringe danach die Zeit bis zum Wirkungseintritt mit einer angenehmen Tätigkeit. Von einem Spaziergang oder einem Einkaufsbummel raten wir ab. Denn die Wirkung tritt mitunter unangekündigt und heftig auf. Deshalb bleibe zu Hause und in der Nähe deiner Toilette. Gerade bei der ersten Einnahme solltest du keine weiteren Termine an diesem Tag haben.

Die Wirkung des natürlichen Abführmittels

Das Natriumssulfat/Glaubersalz bewirkt eine Osmose in deinem Darm. Dies bedeutet, dass dort das Wasser gehalten und der Flüssigkeitsanteil im Stuhl erhöht wird. Durch den hohen Flüssigkeitsgehalt und dem damit verbundenen höheren Volumen im Darm, wird der Impuls zur Entleerung des Darms ausgelöst. Die Entleerung ist bei fast allen Personen wie ein starker Durchfall.  

Aus diesem Grund  solltest du nach der Anwendung von Glaubersalz viel trinken, damit du den Flüssigkeitsverlust durch den Abführvorgang w ieder ausgleichen kannst. Deshalb führe während des Vorgangs, immer eine Flasche Wasser mit dir. Gleichgültig, wo du gerade bist (stelle dich auf längere Toilettenaufenthalte ein) und halte  etwas zu trinken bereit.

Durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr kannst du vermeiden, dass eine Dehydrierung entsteht. Eine Dehydrierung macht sich durch Kopfschmerzen, Schwindelanfälle und mit Kreislaufproblemen bemerkbar. Nachdem der erste heftige Stuhlgang vorüber ist, kann es mehrere Stunden dauern, bis es zur nächsten Darmentleerung kommt. Deshalb noch einmal unser Rat, zu Hause bleiben und entspannt den Tag genießen, so gut es in diesem Fall möglich ist.

Kein Erfolg mit Glaubersalz?

Es kommt manchmal vor, dass bei Erstanwendern Glaubersalz nicht wirkt. Dies hat aber weniger mit dem Körper des Anwenders zu tun, sondern mit der Dosierung. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf die allgemein empfohlene Dosis. So können vor allem bei Menschen die größer und schwerer sind, die empfohlenen Mengen für einen wirkungsvollen Einsatz nicht ausreichen.

Wenn du innerhalb von 2-3 Stunden nach der Einnahme, keinerlei Wirkung oder Reaktion deines Körpers feststellst, dann hilft es eventuell sich etwas zu bewegen. Mache ein paar Gymnastikübungen, die deinen Kreislauf und Körper in Schwung bringen. Diese Übungen kannst du ebenfalls machen,  wenn Glaubersalz bei dir normal wirkt. Denn ein bisschen Bewegung hilft immer,  die Peristaltik des Darms anzuregen.

Sollte die Wirkung weiterhin ausbleiben, dann bitte nicht eine weitere Glaubersalzlösung trinken. Es kann unter Umständen bis zu 8 Stunden dauern, bis die Wirkung vollständig eintritt. Sollte nach diesem Zeitraum nichts passiert sein, dann warte ein paar Tage und starte mit einer etwas höheren Dosis einen neuen Versuch.

Karlsbader Salz Quelle

Das solltest du bei der Einnahme beachten

Glaubersalz sollte immer sparsam und gezielt eingesetzt werden. Denn eine Überdosierung kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Dazu gehört ein Taubheitsgefühl in den Extremitäten (Finger und Zehen) sowie Bewusstseinsstörungen und Probleme mit dem Herzrhythmus. Ebenfalls können Müdigkeit und eine Schwäche in der Muskulatur auftreten.

Durch eine Überdosierung wird der Darm stark belastet und es kann bei häufiger Anwendung zu einem Überschuss von Natrium im Körper kommen. Ebenfalls solltest du darauf achten, dass eine Wechselwirkung mit anderen Medikamenten stattfinden kann. Solltest du also dauerhaft Medikamente einnehmen, sprich mit deinem behandelnden Arzt darüber, ob es sinnvoll ist dieses Salz einzunehmen.

Auch solltest du vorsichtig sein, wenn du die Antibabypille nimmst, denn durch die heftige Darmentleerung, kann diese ihre Wirkung verlieren. Ebenfalls solltest du kein Glaubersalz einnehmen, wenn eine der folgenden Kriterien auf dich zutreffen:

  • häufige Bauchschmerzen
  • empfindlicher Magen-Darm-Trakt
  • Herzprobleme
  • Bluthochdruck
  • Schwangerschaft

Glaubersalz und Fasten

Bei einer Fastenkur geht es nicht nur darum, nichts zu essen, sondern auch den Körper zu reinigen. Deshalb ist der Start in einer  Fastenkur damit verbunden, dass zu Beginn der Darm entleert wird. Da du in dieser Zeit keine neue Nahrung aufnimmst, gibt es nichts, dass im Darm die davor eingenommenen Nahrung weiterschiebt. Deshalb wird zum Beginn des Fastens ein Abführtag eingelegt.

Dieser sorgt dafür, dass der Darm vollständig entleert wird und keine gärende Nahrung bleibt. Ansonsten würde die Gefahr bestehen, dass eine Vergiftung des Körpers stattfindet. Unter den Routiniers beim Fasten wird diese Art der Vorbereitung auf das Fasten auch als „Glaubern“ bezeichnet. Ein weiterer Vorteil dieser Darmreinigung ist es, dass durch einen leeren Darm, das Hungergefühl weniger stark zum Vorschein kommt.

Wie immer stehen wir dir bei weiteren Fragen zum Thema in unserem Forum zur Verfügung. Wir freuen uns auf deinen Besuch  und wünschen dir viel Glück und Gesundheit.