Fasten & Krebs

Fasten zur Krebsprävention oder Krebsbehandlung

Fasten boomt in der Wissenschaft. Seit Yoshinori Ohsumi im Jahr 2016 den Nobelpreis für seine Entdeckungen im Zusammenhang mit der Autophagie erhalten hat, forschen die wichtigsten Universitäten der Welt rund um das Thema Fasten. Dabei hat der Zusammenhang zwischen Fasten & Krebs einen besonders hohen Stellenwert. Hier lernst Du alles über die aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema Fasten & Krebs. 

Themenbereiche

Stand der Dinge in der Wissenschaft zu Fasten und Krebs

Um das grosse Thema Fasten und Krebs besser verstehen zu können, zeigen wir Dir woran aktuell geforscht wird, an was geforscht wird und was die Resultate sind. 

Fasten zur Krebsprävention

Im ersten Kapitel widmen wir uns der Frage, ob bzw. wie Fasten zur Krebsprävention eingesetzt werden kann, ob die positiven Zusammenhänge wissenschaftlich bestätigt werden können und welche Arten des Fastens sich dafür am besten eignen.

Studien Fasten und Krebs: Mit Intevallfasten zur Krebsprävention

Eine Studie aus dem Jahr 2007 mit 16 Probanden zeigte, dass durch Intervallfasten, bei dem ein Tag normal gegessen wurde und an einem Tag gefastet wurde, der Blutzucker-, Insulin- und IGF-1-Spiegel gesenkt werden konnte. Dies führt zu einer Risikoreduktions für Krebs-, Diabetes-, und Herzkreislauferkrankungen.

In einer zweiten Studie mit 19 Frauen, die ein erhöhtes Brustkrebsrisiko haben, konnte gezeigt werden, dass durch Senkung des IGF-1 Spiegels das Krebsrisiko gesenkt werden konnte.

In einer weiteren Studie mit Daten der amerikanischen “Women’s Healthy Eating and Living Study” konnte gezeigt werden, Frauen, die bereits einmal an Brustkrebs erkrankt sind und mindestens 13 Stunden pro Tag fasten, ein 36% geringeres Rückfallrisiko haben. Ebenso konnte gezeigt werden, dass das Sterblichkeitsrisiko um 21% gesenkt werden konnte.

Mechanismus von Intervallfasten zur Krebsprävention

Hier lernst Du, welches die potenziellen Mechanismen sind und wie sie in Zusammenhang stehen, damit das Intervallfasten die Krebsprävention fördert.

Zellentzündungen: Es gibt viele Studien, die eine Rolle der Entzündungen sowohl bei der Entstehung von Krebs als auch bei der Progression und Ausbreitung eines bereits vorhandenen Krebses vermuten lassen. Es ist bekannt, dass Entzündungszellen im Blut mit einer schlechten Prognose von Krebs in Verbindung gebracht werden, aber auch chronische Entzündungen können die Behandlung von Krebs behindern. 

In einer Studie aus dem Jahr 2019, mit dem Ziel Fasten & Krebs besser zu verstehen, konnte gezeigt werden, dass Intervallfasten die Entzündungen reduzieren kann. Es wurde sowohl die Anzahl der Entzündungszellen (Monozyten), als auch die Entzündungsaktivität nach einem kurzen Fasten verringert.

Senkung Blutzuckerspiegel: Das Intervallfasten ist als Methode zur Verbesserung der Empfindlichkeit und zur Senkung des Blutzuckers populär geworden. Studien haben wiederum ergeben, dass bei einigen Krebsarten, wie z.B. Brustkrebs, das Auftreten von Diabetes mit einer schlechteren Prognose verbunden ist.

Autophagie: Während des Fastens durchlaufen die normalen Zellen des Körpers einen Reparaturprozess. Einer dieser Prozesse ist die Autophagie, ein Begriff, der sich auf einen Prozess bezieht, bei dem die Zellen alte Proteine loswerden, die sich im Inneren der Zelle angesammelt haben (wie beim Hausputz). Bei einer zeitlich begrenzten Ernährung ist es möglich, dass normale Zellen im Körper Krebsbehandlungen besser vertragen, während Krebszellen (die in vielerlei Hinsicht abnormal sind und keine guten Hausreiniger sind) genauso anfällig oder sogar noch anfälliger für die toxischen Auswirkungen der Behandlung wären.

Fasten während der Krebsbehandlung?

Neben der Krebsprävention wird auch intensiv geforscht, ob Fasten bei bereits vorhandener Krebserkrankung hilft. Dabei werden insbesondere die folgenden Bereiche untersucht: 

Fasten während einer Chemotherapie

Eine Studie aus dem Jahr 2018 zum Thema Fasten & Krebs ergab, dass das Fasten die Lebensqualität von Menschen, die sich einer Chemotherapie bei Brustkrebs oder Eierstockkrebs unterziehen, verbessern kann. In der Studie wurde eine 60-stündige Fastenzeit angewendet, die 36 Stunden vor Beginn der Chemotherapie beginnt.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Teilnehmerinnen, die während der Chemotherapie fasten, eine höhere Toleranz gegenüber der Chemotherapie, weniger chemotherapiebedingte Nebenwirkungen und ein höheres Energieniveau im Vergleich zu denjenigen, die nicht fasten, aufweisen.

Viele Forscher sind der Meinung, dass das Fasten die Reaktion der Menschen auf die Chemotherapie verbessert, weil es Folgendes bewirkt:

Fasten zur Steigerung der Effektivität einer Chemotherapie

In einer Studie aus dem Jahr 2014 zum Thema Fasten und Krebs wurde untersucht, ob das Fasten eine krebsbekämpfende Wirkung auf die Stammzellen von Mäusen hat. Stammzellen sind aufgrund ihrer regenerativen Fähigkeiten wichtig. Die Forscher zeigten, dass das Fasten für zwei bis vier Tage die Stammzellen vor den negativen Auswirkungen der Chemotherapie auf das Immunsystem schützen kann. Das Fasten aktiviert auch die Stammzellen des Immunsystems, die sich dadurch erneuern und reparieren.

Diese Studie zeigte, dass das Fasten nicht nur Zellschäden reduziert, sondern auch die weißen Blutkörperchen wieder auffüllt und geschädigte Zellen ersetzt. Weiße Blutkörperchen bekämpfen Infektionen und zerstören Zellen, die Krankheiten verursachen können. Wenn der Spiegel der weißen Blutkörperchen infolge einer Chemotherapie sinkt, wirkt sich dies negativ auf das Immunsystem aus. Das bedeutet, dass der Körper Infektionen schwerer bekämpfen kann.

Die Anzahl der weißen Blutkörperchen im Körper nimmt während des Fastens ab. Wenn der Fastenzyklus jedoch abgeschlossen ist und der Körper Nahrung erhält, steigt der Spiegel der weißen Blutkörperchen an.

Fazit zu Fasten und Krebs!

Im obigen Kapitel konntest Du eine Menge zum Thema Fasten & Krebs lernen. Hier findest Du die wichtigsten Erkenntnisse nochmals kurz und knapp zusammengefasst: