Fasten & Alzheimer

Prävention und Behandlung

Fasten boomt in der Wissenschaft. Seit Yoshinori Ohsumi im Jahr 2016 den Nobelpreis für seine Entdeckungen im Zusammenhang mit der Autophagie erhalten hat, forschen die wichtigsten Universitäten der Welt rund um das Thema Fasten. Hier lernst Du, was der Stand der Dinge in der Wissenschaft beim Thema Fasten & Alzheimer ist und wie Fasten bei der Prävention von Alzheimer mithelfen kann. Abgerundet wird das Thema mit einem persönlichen Fazit von Paastoa für Dich.

Themenbereiche

Stand der Dinge in der Wissenschaft

Um das grosse Thema “Fasten und Alzheimer” besser verstehen zu können, zeigen wir Dir woran aktuell geforscht wird und was die Resultate sind. Alleine in den USA leiden etwa 6 Millionen Menschen an Alzheimer. 

Fasten zur Vorbeugung von Alzheimer

Im ersten Kapitel widmen wir uns der Frage, ob bzw. wie Fasten zur Alzheimerprävention eingesetzt werden kann. Ebenso ob positive Zusammenhänge wissenschaftlich bestätigt sind und welche Arten des Fastens sich dafür am besten eignen. 

Studie aus Südkorea mit Ratten

Mit der These, dass Intervallfasten eine wirksame Prävention von altersbedingten Stoffwechselerkrankungen sein könnte, startete die Forschungsgruppe rund um Dr. Kang von der Hose University diese Studie

Es gab zwei Gruppen von Ratten. Die eine Gruppe hatte Alzheimer und die andere nicht. Beide Gruppen wurde nach dem Zufallsprinzip in zwei Untergruppen aufgeteilt. Eine Gruppe praktizierte “Intervallfasten” und konnte nur 3 Stunden pro Tag Nahrung aufnehmen. Die andere Gruppe wurde dreimal am Tag gefüttert. Jede Gruppe umfasste 10 Ratten. Alle Ratten führten vier Wochen lang eine fettreiche Diät. Die Resultate sind eindeutig: 

Fazit: Mit dieser Studie konnte gezeigt werden, dass Intervallfasten in einem Rattenmodell einige der mit dem Altern in Zusammenhang stehenden Stoffwechselerkrankungen verhindern kann. Intervallfasten verhinderte auch den Verlust des Kurzzeit- und Spezialgedächtnisses.

Mattson-Studie über Fasten & Alzheimer

Der amerikanische Forscher Prof. Dr. Mark Mattson von der John-Hopkins-Universität untersucht die Zusammenhänge zwischen Fasten & Alzheimer bzw. Demenz ebenso intensiv und mit fantastischen Resultaten: 

Mattson denkt, dass die positiven Effekte, die bei den Mäusen beobachtet wurden und deren Gehirne denen der Menschen ähnlich sind, in der Evolution verwurzelt sein könnten. Vor dem Anstieg der Landwirtschaft, als die Menschen noch auf der Jagd nach Nahrung waren, blieben sie oft lange Zeiträume ohne Nahrung. Im Laufe der Zeit begünstigte die Evolution diejenigen, die ohne ihr Frühstück, Mittag- oder Abendessen überleben konnten.

Heute ist bekannt, dass wir die Glukose, die wir aus der Nahrung gewinnen, als Brennstoff für unseren Körper verwenden. Wir verwenden diesen Brennstoff, Glykogen genannt, für etwa 12 Stunden nach dem Essen. Wenn er uns ausgeht, schaltet unser Körper auf eine alternative Energiequelle um – auf die Ketonkörper.

Ketone werden von der Leber während der Fastenzeit und bei geringer Kohlenhydrataufnahme produziert und versorgen auch unsere Organe, insbesondere das Gehirn, mit Brennstoff. Im Gehirn geht ein Großteil dieser Energie an unsere Nervenzellen. Während die Neuronen sowohl durch Glykogen als auch durch Ketone versorgt werden, wird nur die höhere Ketonproduktion mit verbessertem Denken, Lernen und Gedächtnis in Verbindung gebracht.

Einige Wissenschaftler vermuten, dass Ketone die Neuronen mit mehr Energie versorgen, als dies Glykogen tut. Mit dieser zusätzlichen Energie können die Neuronen langfristig den Zelltod und den Abbau des Gehirns besser verhindern.

Fasten zur Behandlung von Alzheimer

Nicht nur die Prävention von Alzheimer durch das Fasten und den dadurch ausgelösten Prozess der Autophagie wird immer mehr erforscht, auch bei der Behandlung der Krankheit spielt der körpereigene Mechanismus eine immer grössere Rolle.

Mit der Autophagie werden auch toxische und geschädigte Proteine, die zur Demenz beitragen, ausgeschieden. Die Anhäufung dieser Proteine, auch bekannt als Amyloid-Beta und Tau, werden mit der Entwicklung von Alzheimer und Parkinson in Verbindung gebracht. Eine weitere Erkenntnis ist, dass in den frühen Stadien der Demenz die Autophagie dramatisch abnimmt. 

Studie mit Spermidin lässt hoffen

Die Studie «Smart Age», die vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung durchgeführt wurde, untersuchte die These, ob Spermidin zur Behandlung von Alzheimer bzw. Demenz helfen kann. Die Neurowissenschaftler der Berliner Charité, unter der Leitung von Professorin Agnes Flöel, entdeckten sehr erfreuliche Resultate. 

Ausgangslage: 100 ältere und gesunde Personen, deren Gedächtnis sich nach eigener Einschätzung über die letzten Jahre verschlechtert hat, nahmen teil. Die Teilnehmenden erhielten ein Jahr lang jeden Tag eine Kapsel mit Spermidin zum Essen. 

Spermidin ist ein Polyamin, das ebenfalls im menschlichen Körper vorkommt. Diese Substanz löst den Autophagieprozess aus. Genau dieser Prozess nimmt bei bereits an Alzheimer oder Demenz erkrankten Menschen ab. Nach drei Monaten zeigten sich bei den Probanden bereits erste Verbesserungen der Gedächtnisleistungen. 

Fazit für Dich!

Im obigen Kapitel konntest Du eine Menge zum Thema Fasten & Alzheimer bzw. Demenz lernen. Hier findest Du die wichtigsten Erkenntnisse nochmals kurz und knapp zusammengefasst: