Der Vitamin B Komplex Teil 3

Die Vitamine B7, B9 und B12

Im abschließenden Teil unserer Reihe über den Vitamin B Komplex beschäftigen wir uns mit den Vitaminen B7 (Biotin), B9 (Folsäure) und dem Vitamin B12 (Cobalamin). Sollten Sie Informationen zu den anderen B Vitaminen suchen. Dann empfehlen wir Ihnen Teil 1 und Teil 2 von unserer Artikelreihe über den Vitamin B Komplex. Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über die 8 B Vitamine.

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Das Vitamin B7 (Biotin)

Auch das Vitamin B7 ist ein wasserlösliches Vitamin und wird dementsprechend nur in geringen Mengen in Ihrem Körper gespeichert. Das Biotin übernimmt zahlreiche Aufgaben in unserem Körper, dazu zählen zahlreiche Stoffwechselprozesse und die Unterstützung des Nervensystems bei der Übertragung der Nervenimpulse. Es fördert aber auch das Haarwachstum und sorgt dafür, dass die Haut gesund und frisch aussieht.

In unserem Körper ist das Vitamin B7 an Eiweiße gebunden, die sich im Blut durch unseren Körper bewegen. Dabei aktiviert es unterschiedliche Enzyme, die chemische Prozesse im Körper anregen. So wird durch das Biotin die Bildung von Fettsäuren angeregt und der Abbau von Aminosäuren durchgeführt. Ebenfalls ist es wichtig für die Bildung von Cholesterin und Glukose.

Das Vitamin B7 kann aber noch mehr, es fördert das Wachstum von Blutzellen, Talgdrüsen, Haut, Haaren und dem Nervengewebe.

Welche Lebensmittel enthalten Vitamin B7?

In einer besonders hohen Konzentration kommt Biotin in der Leber von Geflügel, Rind und Schwein vor. Ebenfalls ist es stark in Sojabohnen und Eigelb vorhanden. Weitere Lebensmittel, in denen sich Biotin befindet, sind Pilze, Nüsse, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte. Biotin wird in einer geringen Menge aber auch in Ihrem Damm produziert. Dies geschieht durch eine bestimmte Art der Darmbakterien.

Damit der Körper das Biotin aufnehmen kann, wird im Darm durch das Enzym Biotinidase, das Biotin aus den Eiweißstoffen der Nahrung gelöst. Der Transport erfolgt im Anschluss daran über Transportmoleküle vom Darm in den Körper. Je höher die Konzentration von Biotin im Körper ist, umso einfacher kann es von Ihrem Körper aufgenommen werden. Sollte zu viel Biotin im Körper sein, dann wird es über die Nieren (Urin) ausgeschieden.

Im Gegensatz zu anderen B Vitaminen ist das Vitamin B7 deutlich temperaturbeständiger. So kann es Temperaturen von über 100 °C gut ertragen. Dies hat einen großen Vorteil, denn ein Hemmstoff gegenüber dem Biotin ist das Avidin, dies ist in rohem Eiweiß enthalten. Sobald Avidin mit Biotin in Berührung kommt, kann der Körper es nicht mehr aufnehmen. Deshalb können Speisen mit Eiweiß auf über 100 °C erhitzt werden, ohne dass das Vitamin B7 darunter leiden würde.

Wie kann man einen Vitamin B7 Mangel erkennen?

Es gibt unterschiedliche Gründe warum ein Biotinmangel bei manchen Menschen auftreten kann. Dazu gehört an erster Stelle eine zu geringe Zufuhr von Biotin aus den Nahrungsmitteln. Häufig wird ein Mangel an Vitamin B7 aber auch durch die Einnahme von Medikamenten hervorgerufen. Ebenfalls sind genetische Defekte ein Grund für einen Mangel an Vitamin B7.

Weitere Gründe für einen Mangel sind hoher Alkoholkonsum, starker lang anhaltender Durchfall sowie eine Magersucht. Ebenfalls wurde bei Personen ein Vitamin B7 Mangel festgestellt, wenn diese, große Mengen rohes Eiweiß über einen längeren Zeitraum zu sich genommen haben. Die typischen Symptome für einen Biotinmangel sind Hautveränderungen, Haarausfall, Appetitlosigkeit und dauernde Müdigkeit.

Häufig wird auch von Muskelschmerzen berichtet, sowie Gefühlsstörungen. Klinisch ist eine Verminderung der Konzentration des Hämoglobins im Blut festzustellen. Menschen die unter Epilepsie leiden, nehmen häufig Medikamente, die Aufnahme von Vitamin B7 reduzieren. Bei diesen Personen werden regelmäßig Blutuntersuchungen gemacht und zum Ausgleich Biotinpräparate verordnet.

Das Vitamin B9 (Folsäure)

Das Vitamin B9 hat ähnliche Funktionen wie die Vitamine B12 und B6. Sie sind dafür verantwortlich, dass unterschiedliche Aminosäuren im Körper abgebaut und gebildet werden. Ebenfalls ist die Folsäure für das Wachstum und die Vermehrung von Zellen, sowie für die Bildung von roten und weißen Blutkörperchen zuständig. Ebenfalls beeinflusst es den Homocysteinstoffwechsel.

Das Homocystein ist eine Aminosäure die das Risiko erhöht an Arteriosklerose und koronaren Herzerkrankungen zu leiden. Die Vitamine B6, B12 und das Vitamin B9 sind maßgeblich daran beteiligt das Homocystein schnell abzubauen. Vor allem die Folsäure hat daran einen großen Anteil. Wenn nun im Alter der Folsäurewert sinkt, dann werden die Personen mit niedrigem Folsäurewert als Risikopatienten eingestuft.

Vorbeugend eingenommen, kann die Folsäure das Risiko einer koronaren Herzerkrankung deutlich senken. Jedoch ist der Erfolg bei einer Person, die bereits durch ein kardiovaskuläres Ereignis vorgeschädigt ist, nicht mehr gegeben. Ebenfalls scheint die Folsäure ein wichtiger Faktor bei einem Kinderwunsch zu sein. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen.

Bei einem Kinderwunsch sollten Männer zwischen 700 bis zu 1100 µg Folsäure täglich über die Nahrung oder über Nahrungsergänzungsmittel aufnehmen. In Studien wurde nachgewiesen, dass so mehr als 20 % weniger genomgeschädigte Spermien vorhanden sind. Frauen sollten bei einem Kinderwunsch mindestens 400 µg Folsäure täglich einnehmen, da dies vermutlich die Fruchtbarkeit erhöht.

Auf jeden Fall haben Schwangere einen erhöhten Folsäurebedarf. Hier geht man davon aus, dass durch die Zellteilung und das Wachstum des Embryos mindestens 50 % mehr Bedarf an Vitamin B9 vorhanden ist.

In welchen Nahrungsmitteln ist Vitamin B9?

Damit Sie möglichst viel Folsäure über die Nahrung aufnehmen, sollten Sie darauf achten, dass folgende Lebensmittel von Ihnen gegessen werden. Viel Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Eier und alle Innereien von Huhn, Rind und Schwein. Bei der Zubereitung von Lebensmitteln mit Vitamin B9 sollten Sie bedenken, das auch die Folsäure hitzeempfindlich und wasserlöslich ist.

Somit steht auch hier das schonende Garen und nicht das Kochen im Vordergrund. Wenn möglich sollten Sie, dass Wasser, in dem Sie Ihr Gemüse gegart haben mit verzehren, so können Sie den Vitaminverlust minimieren. Folsäurehaltige Lebensmittel, sollten Sie immer frisch verbrauchen, nur so ist eine ausreichende Aufnahme möglich. Ideal ist es, wenn Sie das Gemüse frisch kaufen und sofort roh essen.

Ihr Körper kann das Vitamin B9 besser aufnehmen, wenn die Nahrung tierischen Ursprung ist. Dies gilt nicht nur für Fleisch, sondern auch für Eier, Milch und Milchprodukte zum Beispiel Käse.

Vitamin B Komplex Gemüse

Wie erkennt man Folsäuremangel und was sind die Folgen?

Häufig tritt ein Folsäuremangel bei Alkoholmissbrauch, Lebererkrankungen, schweren Verdauungsstörungen, einer einseitigen Ernährung, sowie bei Schwangerschaft auf. Bei der Schwangerschaft liegt jedoch keine Krankheit im herkömmlichen Sinn vor, sondern der Körper hat einen erhöhten Bedarf an Folsäure. Ebenfalls können Medikamente wie die Antibabypille aber auch Krebs- und Rheumamittel zu einem Vitamin B9 Mangel führen.

Die typischen Symptome für einen Vitamin B9 Mangel sind dauerhafte Müdigkeit und Schwäche, Kopfschmerzen kombiniert mit Schwindelgefühlen und Atemnot. Manche Menschen klagen auch über starkes Herzklopfen, sowie Schmerzen und ein Engegefühl im Brustbereich. Oft werden auch Magenschleimhautentzündungen und Probleme beim Laufen festgestellt.

Bei der Diagnose wird auch oft eine starke Blässe beschrieben, Anzeichen sind aber auch eine stark gerötete Zunge. Durch das Zusammenspiel zwischen der Folsäure des Vitamin B9 mit dem Vitamin B12 zur Bildung von roten und weißen Blutkörperchen, kommt es auch häufig vor, dass eine ausreichende Sauerstoffversorgung nicht mehr vorhanden ist.

Neben dem Sauerstoffmangel erhöht sich aufgrund der fehlenden weißen Blutkörperchen auch die Blutungsneigung. So haben Personen mit einem Vitamin B9 Mangel häufig Blutergüsse punktförmige Einblutungen in der Haut. Im weiteren Verlauf kommt es zu spontanen Schleimhautblutungen, ohne dass ein äußerer Einfluss erkennbar ist.

Vitamin B12 (Cobalamin)

Das Vitamin B12 ist an verschiedenen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt. Dazu gehört der Abbau von Fettsäuren und es unterstützt die Blutbildung. Es ist unerlässlich für die Bildung der roten und weißen Blutkörperchen. Denn es sorgt dafür, dass die Folsäure die im Organismus gespeichert ist in seine aktive Form gelangt und damit die Bildung der Blutkörperchen anregt.

Das Vitamin B12 kann nicht von Pflanzen oder von Tieren gebildet werden. Es wird durch Mikroorganismen, wie zum Beispiel Darmbakterien synthetisiert. Deshalb ist Vitamin B12 nur in tierischen Nahrungsmitteln enthalten, da es in der Darmflora der Tiere gebildet wurde. Den höchsten Gehalt an Vitamin B12 (Cobalamin) hat die Leber. Jedoch kommt es auch in Milchprodukten und Eiern vor.

Die Verwertung des Vitamin B12 geschieht durch einen hochkomplexen chemischen Prozess in unserem Körper. Durch die Anbindung eines Glykoprotein, kann das säureempfindliche Vitamin, ohne große Verluste, durch den Magen mit der Magensäure gelangen. Die Bildung dieses Proteins namens Haptocorrin erfolgt in der Speicheldrüse.

Beim Passieren der Magenschleimhaut dockt sich ein weiteres Glykoprotein an das Vitamin B12 an. Es sorgt dafür, dass beim Erreichen des zuständigen Dünndarmabschnittes, das Cobalamin (Vitamin B12) freigesetzt wird und so in das Blut gelangen kann. Im Blut kann das Cobalamin dann an ein Transportproteine andocken und so gelangt das Vitamin B12 in alle Zellen Ihres Körpers.

Wie äußert sich ein Vitamin B12 Mangel und was sind die Folgen?

Ein Vitamin B12 Mangel macht sich oft erst nach vielen Jahren bemerkbar. Dies geschieht deshalb, weil Ihr Körper Vitamin B12 in hohen Mengen speichern kann. Das häufigste zu Beginn auftretendes Symptom ist Blutarmut. Dabei geht die Menge der roten und weißen Blutkörperchen im Blut zurück. Ebenfalls sind häufige Symptome Haarausfall, Gedächtnisschwäche und depressive Stimmungsschwankungen.

Ein Vitamin B12 Mangel entsteht dann, wenn entweder über einen längeren Zeitraum zu wenig von dem Stoff Cobalamin zugeführt wird oder ein erhöhter Verbrauch vorhanden ist. Häufig kommt eine mangelnde Zufuhr bei einer streng veganen oder vegetarischen Ernährung vor. Ebenfalls haben viele magersüchtige durch die unzureichende Ernährung einen Vitamin B12 Mangel.

Ebenfalls kann es durch eine unzureichende Menge an Glykoproteinen sein, dass kein Cobalamin mehr im Dünndarm ankommt. So kann es dort nicht mehr resorbiert werden und eine Aufnahme ist nur noch eingeschränkt möglich. Ebenfalls verhindern Erkrankungen im Darm, wie zum Beispiel Morbus Crohn oder Zöliakie die Aufnahme des Vitamin B12.

Gleichfalls können bestimmte Medikamente, wie sie zum Beispiel bei Sodbrennen oder Magengeschwüren eingenommen werden dafür sorgen, dass Ihr Darm nicht mehr genug Vitamin B12 aufnehmen kann. Ebenfalls sind einige Diabetesmedikamente, wie zum Beispiel Metformin bekannt dafür, dass sie die Aufnahme von Vitamin B12 hemmen.

Die Schädigungen, die durch einen Vitamin B12 Mangel auftreten können, sind mitunter irreversibel. Denn diese entstehen oft bereits bevor eine Unterversorgung mit Messmethoden feststellbar ist. Das Vitamin B12 für viele neurologische Funktionen zuständig ist, entstehen Sensibilitätsstörungen und Ausfall von Reflexen, die nicht mehr zu therapieren sind.

Sollten Sie Interesse an den Vitaminen B1 und B2 haben, so finden Sie diese Informationen im Teil 1 unserer Artikel Serie „Der Vitamin B Komplex“. Die Vitamine B3, B5 und B6 finden Sie in Teil 2.