Der Vitamin B Komplex Teil 2

Die Vitamine B3, B5 und B6

Im zweiten Teil unserer Reihe über den Vitamin B Komplex erfahren Sie alles wichtige über die Vitamine B3 (Niacin), B5 (Pantothensäure) und Vitamin B6 (Pyridoxin). Sollten Sie weitere Informationen über die anderen Vitamine aus der B Reihe benötigen, dann finden Sie hier Teil 1 und Teil 3.

Themenbereiche

Vitamin B3 (Niacin) und seine Aufgaben

 

Das Vitamin B3 ist auch als Niacin bekannt. Der Körper benötigt dieses Vitamin für viele Stoffwechselvorgänge. Eine zentrale Rolle spielt das Vitamin B3 beim Energiestoffwechsel und beim Fett-, Eiweiß- und Kohlenhydratstoffwechsel. Das Vitamin B3 kurbelt die Regeneration in unserem Körper an und verbessert somit die Erholung unserer Nerven, Muskeln und Haut.

Das Niacin ist ein wichtiger Baustein für die Funktion der Nerven und sorgt für den Aufbau von unterschiedlichen Neurotransmittern im Gehirn. Dazu zählt unter anderem das Serotonin, durch eine hohe Anzahl dieser Botenstoffe steigert sich unsere Merk- und Konzentrationsfähigkeit. Ebenfalls ist es für die Verdauung wichtig, da es die Verwertung von Kohlenhydraten steuert.

Das Vitamin B3 reguliert auch den Cholesterin Stoffwechsel. So senkt das Niacin das für den menschlichen Organismus gefährliche LDL-Cholesterin und gleichzeitig sorgt es dafür, dass das wichtige und gesunde HDL Cholesterin ansteigt. Ihr Körper kann Vitamin B3 nur zu einem geringen Teil selbst produzieren. Dies geschieht innerhalb der Leber, jedoch reicht die Menge nicht aus, um den Bedarf zu decken.

In welchen Nahrungsmitteln ist Vitamin B3?

Das Vitamin B3 (Niacin) ist vor allem in tierischen Produkten vorkommend. Zu diesen Lebensmitteln gehören Geflügel, Rind- und Wildfleisch, Kalbsleber, Fisch, Milchprodukte und Eier. Es gibt auch einige pflanzliche Lebensmittel, in denen Vitamin B3 vorhanden ist, jedoch ist die Menge gering und im Vergleich zu den tierischen Produkten müssen deshalb deutlich größere Mengen aufgenommen werden.

Zu diesen pflanzlichen Lebensmitteln gehören Vollkornprodukte, Nüsse wie zum Beispiel Erdnüsse, Cashew, Macadamia usw. ebenfalls enthalten Datteln, Hülsenfrüchte und Kaffee Vitamin B3.

Wie kommt es zu einem Vitamin B3 Mangel und wie äußert er sich?

Sehr häufig entsteht ein Vitamin B3 Mangel durch eine falsche oder ungenügende Ernährung. Häufig ist dieser Mangel bei vegan lebenden Menschen zu sehen, deren Ernährung nicht abwechslungsreich genug ist. In manchen Ländern, in denen vor allem Mais als Grundnahrungsmittel verwendet wird, ist ebenfalls häufig ein Vitamin B3 Mangel festzustellen.

Ebenfalls kommen Mangelerscheinungen durch Alkoholmissbrauch oder der Einnahme von bestimmten Medikamentengruppen zum Vorschein. Zu diesen Medikamenten gehören Zytostatika, Psychopharmaka und Tuberkulostatika. Ein weiterer häufiger Grund sind neuroendokrine Tumore, die dafür sorgen, dass der Körper der betroffenen Person, einen erhöhten Vitamin B3 Bedarf hat.

Ein Vitamin B3 Mangel tritt in mitteleuropäischen Ländern, bei normaler Lebensweise sehr selten auf. Meistens entsteht er durch Absorptionsstörungen des Magen-Darm-Traktes oder durch eine eiweißarme Ernährung auf. Die Symptome über einem Vitamin B3 Mangel auftreten, sind zum Beispiel schuppiger Haut, entzündete Hautstellen, Magen Darmentzündungen, Durchfall, Erbrechen und Appetitlosigkeit.

Ebenfalls treten Entzündungen von Mundschleimhäuten auf und in fortgeschrittenen Fällen kommt es zu Schmerzen oder Taubheit in Extremitäten. Gleichfalls sind psychische Veränderungen, Schlafstörungen und Depressionen eine häufige Begleiterscheinung.

Ist eine Überdosierung mit Vitamin B3 möglich?

Im Gegensatz zu den Vitaminen B1 oder B2 ist bei dem Vitamin B3 eine Überdosierung möglich. Diese Überdosierung erfolgt, wenn die tägliche Zufuhr von Niacin 500 mg übersteigt. Es kommt infolgedessen zu einem sogenannten Flush, dabei erhitzt sich die Haut und es kommt zu starken Rötungen auf der Hautoberfläche.

Eine noch höhere Zufuhr erzeugt Blutdruckabfall, Schwindelgefühle und der Harnsäurewert im Blut steigt stark an. Der hohe Harnsäurewert kann Gichtanfälle auslösen, weitere Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und im Extremfall eine Leberschädigung in Verbindung mit einer Gelbsucht.

Welche Aufgaben hat Vitamin B5 (Pantothensäure)?

Das Vitamin B5 unterstützt viele Funktionen in Ihrem Körper. Es hilft unter anderem dabei Proteine und Fett abzubauen. Ebenfalls sorgt es dafür, dass die Nahrung in Energie umgewandelt wird. Die Pantothensäure kommt in sehr vielen Nahrungsmitteln vor und ist ebenfalls an vielen unterschiedlichen Stoffwechselprozessen in Ihrem Körper beteiligt. Das Vitamin B5 ist ein wasserlösliches Vitamin.

Dadurch, dass Ihr Körper das Vitamin B5 nicht speichert, muss es jeden Tag mit der Nahrung oder einem Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden. Die nicht genutzte Pantothensäure wird über den Urin ausgeschieden. Das Vitamin ist unersetzlich bei der Herstellung von wichtigen Substanzen in Ihrem Körper. Dazu zählt Cholesterin, Provitamin D und ebenfalls bestimmte Aminosäuren.

Ebenfalls sorgt es für die Bildung von Gallensäure, sowie des Nervenbotenstoffes Acetycholin und dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Rund 100 verschiedene Reaktionen werden in Ihrem Körper von dem Vitamin B5 (Pantothensäure) hervorgerufen, von denen die meisten lebenswichtig sind.

Worin ist Vitamin B5 enthalten?

Das Vitamin B5 kommt in fast allen pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln vor. Jedoch gibt es bestimmte Lebensmittel in denen besonders viel Pantothensäure vorhanden ist. Dazu gehören: Innereien (Leber, Niere), Wassermelonen, Erdnüsse, die meisten Pilzsorten und Haferflocken. Durch eine ausgewogene und sinnvolle Ernährung können Sie Ihren täglichen Vitamin B5 Bedarf problemlos aufnehmen.

Der tägliche Bedarf für einen erwachsenen Menschen liegt bei ca. 6 mg Vitamin B5. Diese Menge sollte aufgenommen werden, um alle Körperfunktionen aufrechtzuerhalten. Eine Überdosierung mit Vitamin B5 ist nahezu ausgeschlossen. Selbst eine Aufnahme von 10 g führt nur zu einer Darmreizung.

Die Ursachen für ein Vitamin B5 Mangel

Wie wir bereits erwähnten ist eine ausgewogene Ernährung der beste Weg einem Vitamin B5 Mangel vorzubeugen. Jedoch gibt es Lebensumstände und Krankheiten, bei denen es Ihrem Körper nicht möglich ist, genügend Vitamin B5 aufzunehmen. Der Alkoholismus gehört dazu, denn Alkohol reduziert die Aufnahme von Pantothensäure und somit ist bei Personen mit hohem Alkoholkonsum eine Unterversorgung sehr wahrscheinlich.

Ebenfalls gehören Lebererkrankungen dazu. Denn der Vitamin B Komplex trägt gemeinsam mit dem Coenzym A zur Entgiftung der Leber bei. Sollte nicht genügend Pantothensäure vorhanden sein, wie das Coenzym A nicht gebildet. Dadurch wird der Fettstoffwechsel im Körper gehemmt und es kommt neben der ursprünglichen Lebererkrankung zu einer Verfettung der Leber.

So äußert sich ein Vitamin B5 Mangel

Eine leichte Unterversorgung mit Vitamin B5 sorgt für anhaltende Müdigkeit, depressive Verstimmungen und Muskelschmerzen. Ein häufiges Symptom ist ebenfalls ein brennen und Taubheitsgefühl in den Unterschenkeln, sowie Schmerzen in den Fußgelenken. Gerade bei Menschen mit hohem Alkoholkonsum tritt dieses Taubheitsgefühl sowie die Fußgelenksymptome häufig auf.

Weitere Anzeichen für einen Vitamin B5 Mangel sind aber auch das Ausbleichen der natürlichen Haarfarbe, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit. Bei einer starken Unterversorgung kommen Magenschmerzen bis hin zum Erbrechen sowie eine schlechte Wundheilung hinzu.

Das Vitamin B6 (Pyridoxin)

Das Vitamin B6 ist an zahlreichen Stoffwechselvorgängen in Ihrem Körper beteiligt. Es wandelt Eiweißstoffe um und sorgt für den Aufbau und den Schutz Ihrer Nervenverbindungen. Es ist wichtig für unser Immunsystem und muss täglich über die Nahrung zugeführt werden. Denn auch das Vitamin B6 ist ein wasserlösliches Vitamin und kann von Ihrem Körper nicht gespeichert werden.

Das Pyridoxin kommt in zahlreichen Lebensmitteln vor und bei einer gesunden Ernährung ist es kein Problem die empfohlene Tagesdosis von 1.2 mg Vitamin B6 aufzunehmen. Besonders viel Vitamin B6 steckt in Fleisch und Fisch, sowie in Vollkornprodukten. Ebenfalls sind Nüsse und Hülsenfrüchte ein wertvoller Pyridoxin Lieferant. Damit das Vitamin B6 erhalten bleibt, sollten die Gerichte schonend gegart werden.

Vitamin B6 Mangelerscheinungen und Überdosierung

Ein Vitamin B6 Mangel ist meist daraufhin zurückzuführen, dass eine einseitige Ernährung oder eine unzureichende Ernährung vorliegt. Jedoch können auch chronische Verdauungsstörungen oder die Einnahme von bestimmten Arzneimitteln (Hormonpräparate) zu einem Vitamin B6 Mangel führen. Ein weiterer Faktor ist die Alkoholabhängigkeit, diese verhindert die Aufnahme von Vitamin B6.

Symptome, dass ein Mangel an Vitamin B6 vorliegt sind schuppende Hautausschläge vor allem im Bereich des Gesichtes. Ebenfalls gehören Entzündungen im Bereich des Mundes, Blutarmut, Durchfall und regelmäßiges Erbrechen dazu. Vor allem bei Kleinkindern und Säuglingen wird beobachtet, dass diese zittern und in ihren Bewegungen Störungen aufweisen.